Ein erster Schritt in die Berufswelt

WEINFELDEN. Die Sekundarschule Weinfelden will Schülerinnen und Schülern mit erschwerten Voraussetzungen den Einstieg in den Berufsalltag erleichtern. Gemeinsam mit dem Gewerbeverein Weinfelden wurde das Projekt «stepIN!» ins Leben gerufen.

Anna Hug
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Michael Bürgi erklärt die Idee des Förderprogramms «stepIN!» an der Sekundarschule Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

Michael Bürgi erklärt die Idee des Förderprogramms «stepIN!» an der Sekundarschule Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

Lehrlinge werden überall gebraucht und gesucht – die Stellensituation für Schulabgänger ist zur Zeit eigentlich optimal. Die meisten Schüler der Sekundarschule in Weinfelden finden eine passende Lösung für ihren Alltag nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit. Trotzdem gibt es wenige, denen ein Einstieg in die Berufswelt Mühe bereitet. Für genau diese Schüler hat die Sekundarschule Weinfelden mit dem Gewerbeverein Weinfelden (GVW) ein neues Projekt lanciert. «stepIN!» soll Jugendlichen mit erschwerten Voraussetzungen den Schritt in die Berufswelt erleichtern.

Startschuss ist gefallen

Die erste Etappe startet diesen Sommer. Drei Schüler der 3. Oberstufe werden in verschiedene Betriebe eingeschleust, um dort die Arbeitswelt über einen Zeitraum von drei Monaten kennenzulernen. Jeweils einen Mittwochnachmittag oder Samstagmorgen pro Woche sollen die Schüler im Betrieb verbringen. Die Tätigkeit wird mit einem kleinen Sackgeld von fünf bis acht Franken pro Stunde entlöhnt. «Geld soll nicht die Hauptmotivation hinter der Teilnahme sein. Ziel ist es, den Jugendlichen den Berufsalltag näherzubringen und in ihnen ein inneres Feuer zu entfachen, sich für ihre eigene Zukunft einzusetzen», sagt Leiter der Sekundarschule Pestalozzi Michael Bürgi.

Die Idee zur Ausarbeitung eines Projekts zur Unterstützung der Heranwachsenden wurde im letzten Herbst geboren. Ausschlaggebend dafür waren Schülerinnen und Schüler, die nach Beendigung ihrer Schulzeit vergangenen Sommer keine Anstellung gefunden hatten. Pestalozzi-Schulleiter Michael Bürgi entschied sich, ein neues Projekt aufzuziehen, um diesen Schülern in Zukunft bessere Unterstützung bieten zu können. Mit ins Boot nahm er Achim Jungclaus, den Ressortleiter Bildung des Gewerbevereins Weinfelden.

Verhaltene Reaktionen

Im Sommer war die Idee soweit ausgereift, dass das Projekt an der Jahresversammlung des GVW vor 15 Personen vorgestellt werden konnte. «Die Reaktionen der Gewerbler waren am Anfang etwas verhalten», sagt Jungclaus. «Dies hängt sicher damit zusammen, dass das Projekt neu ist und noch keine Erfahrungen gesammelt werden konnten.» Zudem leisten viele Betriebe schon einiges an Unterstützung für die Jugendlichen. Beispielsweise engagieren sich viele bereits für den jährlichen Berufswahlparcours, der ebenfalls Hilfestellung für alle Sekundarschülerinnen und -schüler im Bezug auf die Berufsorientierung leistet. Von einzelnen Gewerblern kamen aber mittlerweile schon positive Echos.

Gelegenheit für Betriebe

Das Projekt soll nicht nur eine Chance für die Jugendlichen sein, sondern auch für die Betriebe. Auf dem Markt gibt es momentan mehr Lehrstellen als Lehrlinge. Durch «stepIN!» können Betriebe die Jugendlichen über einen längeren Zeitraum kennenlernen und potenzielle Lehrlinge finden. Die Sekundarschüler ihrerseits müssen im Gespräch mit Achim Jungclaus ihre Präferenzen klar mitteilen. «Die Motivation des Jugendlichen muss stimmen. Es macht keinen Sinn, ihn in eine Branche zu stecken, die ihm nicht entspricht.»

Achim Jungclaus Gewerbeverein Weinfelden, Ressortleiter Bildung (Bild: Mario Testa)

Achim Jungclaus Gewerbeverein Weinfelden, Ressortleiter Bildung (Bild: Mario Testa)