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Ein Duo macht der Stadt Beine

ARBON. CVP-Politiker Luzi Schmid gibt nicht auf. Nachdem er vor sechs Wochen im Parlament mit seinem Vorstoss für eine Demenzstrategie gescheitert ist, will er jetzt mit Marlies Näf-Hofmann über eine Initiative zum Ziel kommen.
Markus Schoch
Kämpfen weiter: Initiativkomitee-Gründer Marlies Näf-Hofmann und Luzi Schmid. (Bild: Markus Schoch)

Kämpfen weiter: Initiativkomitee-Gründer Marlies Näf-Hofmann und Luzi Schmid. (Bild: Markus Schoch)

«Wenn Parlament und Stadtrat nicht handeln wollen, das Problem schwer verharmlosen und sie glauben, die Zeit löse es von selbst, müssen sie aufgerüttelt werden, muss Druck von der Strasse kommen.» Luzi Schmid fand gestern vor den Medien deutliche Worte.

Der CVP-Politiker ist enttäuscht. Mitte Mai scheiterte er im Parlament mit seiner Forderung nach einem kommunalen Demenz-Konzept.

Nur eigene Fraktion hinter sich

Unterstützung bekam er bei der Beratung seiner Motion nur von der eigenen Fraktion und einzelnen Vertretern der SP. Alle anderen wollten zuerst die Erfahrungen mit der neuen Demenzstation im Regionalen Pflegeheim Sonnhalden abwarten, wo vier Tagesplätze geschaffen werden sollen. Es sei auch nicht so, dass die Politik die Zeichen der Zeit nicht erkannt habe, widersprachen ihm die Gegner. Im Bereich der Beratung und Betreuung von Betroffenen und deren Angehörigen gebe es in Arbon bereits heute gute Angebote.

Wer so argumentiere, schätze die Situation völlig falsch ein oder wolle das Problem einfach nicht wahrhaben, sagte Schmid gestern vor den Medien. «Die Leistungsvereinbarungen der Stadt mit der Spitex und der Pro Senectute genügen bei weitem nicht. Diese Institutionen kommen nur zufällig an Problemfälle heran – und meist erst, wenn die Krankheit schon weit fortgeschritten ist.» Zudem sei Demenz nicht ihr Kerngeschäft.

Und auch von der Demenzstation im Sonnhalden darf man sich nach Meinung von Schmid nicht zu viel erhoffen. «Sie ist nicht für Menschen mit einer beginnenden Demenz und entschieden zu wenig auf die Beratung und Betreuung von Angehörigen ausgerichtet.»

Marlies Näf ist entsetzt

Schmid möchte jetzt der Stadt über eine Initiative Beine machen. Als Präsidentin des Komitees konnte er die mittlerweile parteilose Marlies Näf-Hofmann gewinnen, die 20 Jahre für die SVP im Grossen Rat sass und sich unter anderem stark für Palliativ Care einsetzte. Sie sei entsetzt gewesen über den Entscheid des Arboner Parlaments, sagte sie gestern. Er sei ihr unbegreiflich. «Es tickt eine Zeitbombe. Die Fälle von Demenzerkrankung steigen stetig. Und die Politik schaut einfach weg.»

20 Plätze und Anlaufstelle

Die Initiative fordert die Schaffung eines genügend grossen und bezahlbaren Tagesbetreuungsangebots für demenzkranke Arboner, und zwar sofort. Gemäss Schmid braucht es «sicher zwei mal zehn Plätze», am besten ausserhalb eines Pflegeheims, wie es sie früher in einem Haus gegenüber des Sonnhalden bereits einmal gab. «Die Betroffenen benötigen eine andere Begleitung und Betreuung.» Die Initiative verlangt ausserdem, dass ein Kompetenzzentrum eingerichtet wird, wo an Demenz Erkrankte Hilfe, Informationen und Ratschläge erhalten.

Mit der Unterschriftensammlung wollen Schmid und Näf im September beginnen, nachdem sie weitere Mitglieder für das Komitee gewonnen haben.

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