Ein Dorf im Rennfieber

LANTERSWIL. Rund 6000 Zuschauer pilgerten ans 7. Einachserrennen in Lanterswil. Die Fahrer kämpften mit ihren aufgemotzten Rasenmähern mit den Tücken der pickelharten Piste und wirbelten dabei viel Staub und Dreck auf.

Rudolf Steiner
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Mit herkömmlichen Einachsern haben die Boliden am Rennen in Lanterswil nichts mehr gemeinsam. (Bild: Rudolf Steiner)

Mit herkömmlichen Einachsern haben die Boliden am Rennen in Lanterswil nichts mehr gemeinsam. (Bild: Rudolf Steiner)

Für einen Tag im Jahr ist das 200 Einwohner zählende Lanterswil der Nabel von Fahrern und Bewunderern der gepimpten Bauernrasenmäher. Dann strömen Tausende von Zuschauern ins beschauliche Dorf. Und alle wollen an diesem Sonntag im August nur eines: Action pur und viel Spass.

Spektakuläre Rennen

Das war auch dieses Jahr nicht anders. Von den 130 angemeldeten Fahrern starteten am Sonntag schliesslich 120 und boten den nach Angaben des Veranstalters 6000 Zuschauern ein Riesenspektakel. So werden zwischen die Wertungsläufe in den sechs verschiedenen Kategorien immer wieder spektakuläre Rennen mit Le-Mans-Start oder Autocrossläufe eingeschaltet.

Das gibt den Teilnehmern die Möglichkeit, noch etwas an ihren Fahrzeugen und Motoren herumzuschrauben oder allfällige Defekte zu beheben. Wie Erwin Greminger, der schon im ersten Lauf bei seinem neun PS starken Rapid ein Rad verlor. Da er kein Ersatzrad dabei hatte, schweisste ihm in der Pause der Stehrenberger Landmaschinenmechaniker Paul Leimbacher ein um einiges kleineres Rad eines Kreiselheuers an, so dass er immerhin im zweiten Lauf einigermassen ungeschoren über die zweimal zu befahrende 580 Meter lange Runde kam und gar noch Vierter wurde.

Bis zu 80 km/h schnell

Da die Boliden, von denen nur noch die wenigsten etwas mit herkömmlichen Einachsern gemeinsam haben, auf der Zielgeraden bis zu 80 km/h schnell sind, müssen auch umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. So ist die ganze Strecke mit Eisenbalustraden abgesperrt und die neuralgischen Stellen sind zusätzlich mit Strohballen gesichert. Zudem müssen die Fahrer am Sonntagmorgen zur Fahrzeugabnahme antreten. Die Prüfer Hampi Vollenweider und Christian Meier kontrollieren genau, ob die Fahrzeuge auch dem Reglement entsprechen. Es darf nur mit Helm gestartet werden und für alle Kategorien ist die Reissleine, mit der im Notfall der Motor sofort gestoppt werden kann, obligatorisch. Der Motor muss sich auf der Vorderachse befinden – ausgenommen bei der Open-Kategorie, bei der auch eine Federung erlaubt ist.

Und für die Kategorien Sport, Prototyp, Eigenbau und Open sind Überrollbügel obligatorisch. Dass dies keine Schikane ist, zeigten die Überschläge von mehreren Fahrern vor allem im ersten Lauf, welche aber alle glimpflich abliefen.

Ein Sieger und ein Pechvogel

Als Tagessieger konnte am Sonntagnachmittag Markus Schmid aus Steinen SZ ausgerufen werden, der mit seinem Eigenbau «Ninja» auch die schnellste Laufzeit realisierte. Den Pechvogelpreis erhielt Ernst Ulrich aus Affeltrangen, der im zweiten Lauf von seinem Fahrzeug geschleudert wurde und sich dabei verletzte.

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