Ein Denkmal zu Ehren der Kavallerie

Der bekannte Schönholzerswiler Pferdemaler Heinz J. Berchtold hat eine lebensgrosse Skulptur aus Beton geschaffen. Als Vorlage diente ihm sein eigenes Pferd, das ihm viele Jahre ein treuer Begleiter war.

Werner Lenzin
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Heinz J. Berchtold war früher selber Soldat der Kavallerie. Die Skulptur ist ein Abbild seines Pferdes. (Bild: Werner Lenzin)

Heinz J. Berchtold war früher selber Soldat der Kavallerie. Die Skulptur ist ein Abbild seines Pferdes. (Bild: Werner Lenzin)

SCHÖNHOLZERSWILEN. Er sei der einzige, der eine lebensgrosse, authentische und naturalistische Pferdeskulptur schaffen könne, wandten sich Fachleute aus Pferdekreisen an den bekannten Pferdemaler aus Schönholzerswilen, Heinz Berchtold. Für ihn war schnell klar: «Wenn ich eine Skulptur mache, dann nur von meinem treuen Eidgenoss <Burkowina>.» Seit Samstag steht das Denkmal in Aarau, der ehemaligen Garnisonsstadt der Kavallerie.

In der Rekrutenschule ersteigert

Berchtold absolvierte 1966 die Rekrutenschule in Aarau und erhielt, wie damals üblich, ein Depotpferd der Armee. Zwei Wochen vor Abschluss der RS reisten die Väter der jungen Soldaten nach Aarau, um dabei zu sein, wenn es galt, einen Eidgenoss zu ersteigern. «Eigentlich schwärmte ich von einem Rappen, doch dieser wurde mir vor der Nase weg gesteigert. Mein Vater riet mir, meine spätere Burkowina zu ersteigern», erzählt Berchtold.

Das Pferd beschnupperte den jungen Reiter aus dem Thurgau von oben bis unten; es war Liebe auf den ersten Blick. Ein Vierteljahrhundert begleitet die Hannoveraner Stute Heinz Berchtold, sei es in der Landwirtschaft, bei der berittenen Polizei in Zürich, eingespannt vor Wagen und Kutsche oder beim Ausreiten.

In seinem Kopf trug Berchtold die Skulptur seines Eidgenossen schon lange mit sich herum. Ausgerüstet mit Skizzen im Massstab 1:1 und der Teilskulptur eines Pferdebeins reiste der Schönholzerswiler nach Aarau. «Aha, so wird diese Skulptur einmal aussehen», staunten die Mitglieder des OKs des Erinnerungstages «40 Jahre Abschaffung der Kavallerie».

Eine Knochenarbeit

Nun begann auf dem Vorplatz des Schlösslis von Schönholzerswilen, dem Wohnsitz von Berchtold, die eigentliche Knochenarbeit. 340 Kilogramm Armierungseisen schweisste der Reiterkollege Rolf Siegenthaler aus Jonschwil nach Berchtolds Anweisungen für das Skelett zusammen. Persönlichkeiten aus der Pferdeszene reisten nach Schönholzerswilen, um das Skelett zu begutachten, bevor man es sandstrahlte und kaltverzinkte.

Danach begann der Pferdemaler mit dem Modellieren. «In Hunderten von Arbeitsstunden schuf ich mit kleinen Mengen Beton Kopf, Hals und Brust und den Körper der Skulptur», erzählt Berchtold. Knebeltrense, Hufeisen und Steigbügel sind original, alles andere ist mit Beton modelliert und die frei hängenden Zügel aus Aluminium hergestellt. Die Skulptur steht auf Bsetzisteinen, die zum Standort in Aarau passen.