Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ein Café International in Arbon

ARBON. In der Novaseta startet demnächst das Café International. Eingesessene und Zugewanderte sollen sich dort austauschen. Die Initianten wollen so die sprachliche, soziale und kulturelle Integration von Migranten fördern.
Max Eichenberger
Der Vorstand des Vereins Café International: Elsbeth Bollag (Präsidentin), Nada Strasser, Erica Willi, Islam Sadiki, Inge Abegglen und Pia Lichtsteiner Zürcher. Das Café soll ein Begegnungsort der Kulturen werden. (Bild: Max Eichenberger)

Der Vorstand des Vereins Café International: Elsbeth Bollag (Präsidentin), Nada Strasser, Erica Willi, Islam Sadiki, Inge Abegglen und Pia Lichtsteiner Zürcher. Das Café soll ein Begegnungsort der Kulturen werden. (Bild: Max Eichenberger)

Im Rahmen der Romanshorner Erwachsenenbildung gibt Elsbeth Bollag aus Neukirch-Egnach Deutschkurse. Die Arbonerin Erica Willi ist beim Projekt Heks-Infra engagiert. Sie bringt Migrantinnen die deutsche Sprache in der Rondelle in Arbon näher. Das geschieht in kleinen Schritten.

Nicht wenige der Teilnehmer, die einen Kurs belegt haben, sind stolz, sich eine Grundlage erarbeitet zu haben, um sich mit Einheimischen verständigen zu können. «Viele bedauern aber», bekommen wir häufig zu hören, «dass sie im Alltag kaum die Möglichkeit haben, das Erlernte auch anzuwenden», sagt Elsbeth Bollag. Obschon sie dies wollten.

Integration leichter machen

Es erweise sich nämlich aus ihrer Sicht oft als recht schwierig, Kontakte zu knüpfen und sich über Kulturgrenzen mit der eingesessenen Bevölkerung auszutauschen. Da gebe es noch gewisse Barrieren und Vorbehalte. Die sollen nun abgebaut werden.

Eine niederschwellige Plattform, sich näher zu kommen und sich bewusst in der «neuen» Sprache zu unterhalten, bietet das Café International. Initiiert haben es Elsbeth Bollag und Erica Willi mit weiteren Frauen sowie Vertretern des Ausländernetzes Arbon.

Sie haben im November einen Verein gegründet und starten das Café International, das sie als praktisches, unkompliziertes Integrationsprojekt verstehen, am 16. Februar. Nicht in einem Saal oder Séparée, sondern an einem Publikumsort, wo Menschen ohnehin zusammenkommen, einkaufen oder andere Besorgungen machen.

Ins Gespräch kommen

Integriert ist das Café International nämlich im Coop-Restaurant im Zentrum Novaseta, wo man sich jeweils dienstags zwischen 14 und 16 Uhr ungezwungen trifft. «Es ist ein Begegnungsort für Menschen aller Sprachen und Religionen. Teilnehmen können Leute mit und ohne Migrationshintergrund sowie unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft», betonen die Initianten, die sich in Freiwilligenarbeit engagieren.

«Wir versuchen auch Menschen anzusprechen, die kaum oder oder wenig Gelegenheit haben, sich auf Deutsch auszudrücken.» Den Gebrauch der Sprache wollen sie so fördern – und damit auch die Integration. Ähnliche Projekte gebe es in Frauenfeld, Kreuzlingen und Tägerwilen.

Durchmischung angestrebt

So soll das Café International spontane Kontakte zwischen Migranten und Schweizern oder anderen bereits gut assimilierten Deutschsprechenden ermöglichen. Beide Gruppen will man zusammenbringen. «Wir streben bewusst eine eine Durchmischung an», sagt Erica Willi.

Die Treffen im Café International – so sieht es das Konzept vor – finden in ungezwungener und lockerer Atmosphäre statt. «Es ist kein Deutschkurs, es soll ein lockerer Austausch sein, bei dem aber Hochdeutsch gesprochen wird», sagt Inge Abegglen.

Ein Anfang

Zwei Personen eines sich abwechselnden Moderationsteams geben jeweils thematische Inputs. Mögliche Themenbereiche können das Schulsystem sein, die Gesundheitsversorgung, Altersfragen, Sitten und Bräuche bis hin zu Kulturangeboten. Aufgenommen würden zudem Themen und Fragen, welche die Teilnehmer selber vorbringen. Bei Bedarf würden Fachpersonen in die Runde eingeladen. «Wenn das Café International gut startet, können wir uns vorstellen, das Angebot auszubauen», sagen die Initianten, die beim Aufbau von der Abteilung Soziales der Stadt unterstützt worden sind.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.