«Ein bisschen wehmütig»

Obwohl er nicht mehr Gemeinderat ist, hat Peter Fischer die Sanierung der Abwasserreinigungsanlage (ARA) bis zum Ende durchgezogen. Er spricht über diesen bewussten Entscheid und die erneuerte ARA.

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Herr Fischer, Sie hätten sich nach Ihrer Nichtwiederwahl im ersten Wahlgang in den Schmollwinkel zurückziehen und das Baukommissions-Präsidium für die ARA-Sanierung abgeben können. Weshalb haben Sie das nicht getan?

Peter Fischer: Zum einen: Ich war wegen meines Wahlresultates nicht verbittert. Zum anderen hatte ich diese Aufgabe übernommen und sagte mir: Führ sie zu Ende! Auch von Seiten des Abwasserverbandes spürte ich, dass man es gerne sähe, wenn ich das tun würde. Und es war vernünftig, dass sich nicht noch jemand Neuer für die wenigen verbleibenden Monate einarbeiten musste.

Welches war die grösste Herausforderung bei der Bewältigung dieses Grossvorhabens?

Fischer: Die Vorbereitung, zum Beispiel die Höhe der Kreditvorlage. Meines Wissens handelte es sich um die grösste Kreditvorlage überhaupt, über die in den Verbandsgemeinden in den letzten Jahren abgestimmt wurde. Zudem wählten wir das Vorgehen mit einem Totalunternehmer – wir setzten also unser ganzes Vertrauen in eine Firma und mussten ganz gute Verträge abschliessen. Nachher lief die ganze Sache dann, weil wir es mit tollen und fairen Leuten zu tun hatten. Bei der Realisierung war die grösste Herausforderung, dass wir die Anlage nicht ein einziges Mal ausser Betrieb nahmen. Das gab schon Diskussionen, denn für die Unternehmer wäre es sicher einfacher gewesen, wenn man hie und da mal abgestellt hätte. Aber das kam für uns nicht in Frage.

Welches sind die Ihrer Ansicht nach wichtigsten Punkte, die im Zuge der Sanierung verändert wurden?

Fischer: Die naturnahe Gestaltung der Umgebung macht mir am meisten Freude. Wenn man schon die neueste Technik anwenden kann, sollte man auch ein wenig an die Natur denken. Und natürlich die Filtration als vierte Reinigungsstufe.

Fällt es Ihnen schwer, diese letzte Aufgabe, die Sie für die Gemeinde noch erfüllt haben, loszulassen?

Fischer: Nein, denn ich sehe, dass mein Ressort mit Patrik Fink in gute Hände gekommen ist. Ein bisschen wehmütig macht mich die Sache aber schon, wobei ich mich weiter für die Gemeinde engagieren werde – als Kulturführer beispielsweise und im Ortsmuseum.

Interview: Daniel Walt

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