Ein besonderer Ort der Erholung

Am 2. Oktober startet das erste Rehabilitationsprogramm für Krebspatienten im Gesundheitszentrum Bodensee in Güttingen. Die Stiftung Sokrates hat für die neue Klinik elf Millionen Franken aufgewendet.

Nicole D'orazio
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Rundgang: Manfred Heim, der medizinische Leiter, und Geschäftsführer Guido Schaub in der Halle. (Bilder: Reto Martin)

Rundgang: Manfred Heim, der medizinische Leiter, und Geschäftsführer Guido Schaub in der Halle. (Bilder: Reto Martin)

GÜTTINGEN. Noch ist nicht alles fertig. Die Handwerker erledigen im neuen Klinikgebäude die letzten Arbeiten, Mitarbeiter sind mit dem Einräumen beschäftigt. Die Aussicht auf den Bodensee in der grossen Empfangshalle ist umwerfend. Hier wird das Restaurant eingerichtet. Das Gesundheitszentrum Bodensee wird am 2. Oktober den Betrieb aufnehmen. Die offizielle Einweihung findet nächste Woche statt, am 22. September gibt es einen Tag der offenen Tür. «Nach einer so langen Planungszeit freut man sich, dass es endlich losgeht», sagt Manfred Heim, der medizinische Leiter.

Im Gesundheitszentrum wird ein dreiwöchiges Rehabilitationsprogramm für Krebspatienten angeboten. «In der Schweiz gibt es nur wenige spezialisierte Möglichkeiten im Bereich der onkologischen Rehabilitation», sagt Geschäftsführer Guido Schaub. Das Konzept basiere auf einem ganzheitlichen Verständnis von Gesundheit und Krankheit. «Wir setzen alles ein, was sich als wirksam erwiesen hat und dem Patienten hilft», erklärt Heim. Die Schulmedizin, Homöopathie, Musiktherapie und Spiritualität bildeten die Schwerpunkte. Dazu kämen weitere Therapiemöglichkeiten.

Zuerst nur ambulant

In der ersten Phase ist die Klinik auf ambulante Patienten, die keine Pflege benötigen, ausgerichtet. Dabei stehen ihnen im Hotel total 33 Betten zur Verfügung. «Im Hotel können aber auch Touristen übernachten, und das Restaurant ist ebenfalls öffentlich», betont Schaub. «Es ist uns wichtig, eine gute Durchmischung an Besuchern und Patienten zu erreichen.»

In einer zweiten Phase ist auch stationäre Pflege geplant, in einer dritten soll Palliativmedizin hinzukommen. Dafür wird es einen Ausbau auf 45 Betten geben. «Wir haben diesbezüglich noch keinen konkreten Zeitplan, gehen jedoch davon aus, dass es nicht vor 2015 sein wird», sagt Schaub. «Zuerst möchten wir den Betrieb in Phase eins aufbauen und etablieren.»

70 Prozent aus Spenden

Den Druck, möglichst schnell rentabel zu sein, hat die neue Klinik nicht. «Für die Anfangsphase rechnen wir mit einer Auslastung von 40 Prozent. Es ist aber natürlich das Ziel, so schnell als möglich kostendeckend zu arbeiten.» Die Stiftung Sokrates hat für den Neubau zehn Millionen Franken ausgegeben, für den Betrieb eine weitere Million.

«Gut 70 Prozent der Investitionen haben wir aus Spenden generiert», erklärt Schaub. «Es war ein Glück für uns, dass auch andere Stiftungen die Notwendigkeit unseres Angebotes erkannt und Geld gesprochen haben.» Viele Gönner stammten aus dem Kreis des St. Michaelswerks in Dozwil, welches die Stiftung Sokrates mit drei Millionen Franken initiiert hatte. «Wir sind aber unabhängig. Bei uns sind alle Menschen willkommen, egal, welcher Religion sie angehören.»

Finanzielle Unterstützung

Für die Stiftung sei es wichtig, caritativ tätig zu sein, sagt Schaub. «Nicht alle unsere Leistungen werden von den Krankenkassen übernommen.» Darum greife man Personen in finanziell schwierigen Verhältnissen seitens der Stiftung unter die Arme. «Alle Menschen, unabhängig ihres sozialen Status, sollen diese spezialisierten Angebote nutzen können.»

Die Zimmer sind geschmackvoll eingerichtet. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Die Zimmer sind geschmackvoll eingerichtet. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Der Blick auf den See ist von der Klinik aus einmalig. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Der Blick auf den See ist von der Klinik aus einmalig. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

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