Ein Aufruf zur Bewegung

Mediamatiker-Lehrlinge der SBW Neue Medien haben einen Film über eine Selbsthilfegruppe für junge Parkinson-Patienten gedreht. Morgen hat er Premiere.

Markus Schoch
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Anita Sauter sucht ihr Gleichgewicht auf der Slackline in der Salmsacher Bucht. (Bild: Reto Martin (19. September 2014))

Anita Sauter sucht ihr Gleichgewicht auf der Slackline in der Salmsacher Bucht. (Bild: Reto Martin (19. September 2014))

Anita Sauter wird langsam nervös. Morgen Freitag hält die Romanshornerin zusammen mit Benno Untersande aus Widnau einen Vortrag an der Rehaklinik Zihlschlacht im Rahmen einer Tagung, bei der es um Parkinson geht. Sauter und Untersande sind eingeladen worden, weil sie eine Selbsthilfegruppe für junge Parkinson-Patienten leiten– die Jupp Säntis. Thema ist Parkinson und Mobilität. Dazu werden die beiden auch einen Film zeigen, den die SBW Neue Medien AG in Romanshorn über die Selbsthilfegruppe gedreht hat, die es seit elf Jahren gibt. Und die Auftraggeberin war. Finanziert worden ist der Film mit Sponsorengeldern.

«Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis»

Man sieht im 10minütigen Streifen die Mitglieder beim wöchentlichen Mentaltraining in St. Gallen, bei der Ergotherapie in Amriswil, im Fitnesszentrum in Romanshorn, beim geselligen Beisammensein in der Salmsacher Bucht und beim Velofahren. «Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis», sagt Sauter. «Die Aufnahmen, der Schnitt und die Vertonung – alles ist super.» Die Botschaft des Films, der auch bei anderen Gelegenheiten gezeigt werden soll und vielleicht ins Netz gestellt wird: «Macht etwas, wenn Ihr die Diagnose Parkinson bekommen habt. Und zieht euch nicht ins Schneckenloch zurück», sagt Sauter. Denn je mehr man sich bewege, desto besser gehe es einem in der Regel. Sie selber hält sich an den eigenen Ratschlag. «Ich bin täglich mit dem Velo unterwegs. Und versuche mich auch sonst fit zu halten.»

«Wir sind wie eine grosse Familie»

Die Selbsthilfegruppe zählt rund 30 Mitglieder aus der Ostschweiz. Dabei sind auch Angehörige von Parkinson-Patienten. «Wir sind wie eine grosse Familie», sagt Sauter. Die Anlässe dienen dem Erfahrungsaustausch und bieten eine Abwechslung zum Alltag. Man spielt zusammen, geht auf einen Maibummel oder lässt sich an einem Vortrag über Nebenwirkungen von Medikamenten informieren.