Eigenwillig und ambitioniert

Es ist der grosse Wurf, den das Architekturbüro Müller Sigrist Architekten aus Zürich im Jahr 2004 einreicht. 140 Projekte für den Ersatz der über hundertjährigen Festhütte kommen zusammen. Nur eines davon sprengt die Grenzen und nimmt als Fünfeck eine Sonderstellung ein.

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Es ist der grosse Wurf, den das Architekturbüro Müller Sigrist Architekten aus Zürich im Jahr 2004 einreicht. 140 Projekte für den Ersatz der über hundertjährigen Festhütte kommen zusammen. Nur eines davon sprengt die Grenzen und nimmt als Fünfeck eine Sonderstellung ein. Es ist dieses Aussergewöhnliche, das die Jury fasziniert. Und es ist der Geist, der im Projekt mitschwingt. «Der Respekt vor der bestehenden Festhütte war immer da», sagte Architekt Peter Sigrist bescheiden, «die Identität der Festhütte war uns ganz wichtig. Wir wollten einen Raum schaffen, der einzigartig ist und neue Identität schaffen kann.»

Dieser Respekt vor jenem Bau, der zwar weichen musste, aber den Amriswilern ans Herz gewachsen war, machte Peter Sigrist in den Augen vieler zu einem «Amriswiler».

Im Februar 2005 nimmt der damalige Stadtammann Peter Kummer Stellung zu den Gerüchten, die nach der Projektvorstellung entstanden sind. Er widerspricht den Behauptungen, dass das Fünfeck so teuer sein würde, dass sich die Vereine eine Miete des Gebäudes nicht mehr leisten könnten. Auch Peter Sigrist machte sich für den Bau stark: Er nahm die Bedenken der Bevölkerung ernst und liess sie wenn möglich in die Ausgestaltung des Projekts einfliessen.

Nicht zuletzt dank Entgegenkommen der Architekten, auch Kompromisse einzugehen und ihr Ursprungsprojekt leicht zu modifizieren, schaffte der Kredit schliesslich die Abstimmung. Der Bau der neuen Festhütte konnte 2006 beginnen. Es wurde immer deutlicher, dass sich die Bevölkerung ganz von der Festhütte in Amriswil verabschieden sollte. Die Stadt suchte nach einem neuen Namen. Schliesslich entschied sich der Stadtrat für «Pentorama» – kreiert von Stadtratskollege und späterem Stadtammann Martin Salvisberg.

Im November 2007 wurde der bemerkenswerte Neubau eingeweiht – und erregte die Aufmerksamkeit der Fachwelt. In verschiedenen Fachzeitschriften wurde das Pentorama als eigenwilliger und ambitionierter Bau vorgestellt. An Ausstellungen unter anderem in Berlin und Paris ernteten die Architekten Lob und Anerkennung. Das Pentorama ist eines der markantesten Bauwerke mit der Handschrift von Peter Sigrist. (rk)

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