Ehre für den grossen Arbeitgeber

BUSSNANG. Peter Spuhler ist Ehrenbürger der Politischen Gemeinde Bussnang. Mit grossem Mehr erteilten die Stimmbürger dem Unternehmer an der Versammlung gestern abend den Titel. Der Gemeinderat schenkte ihm den «Peter-Spuhler-Marsch».

Mario Testa
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Peter Spuhler ist seit gestern abend Ehrenbürger der Gemeinde Bussnang. Vom Gemeinderat gab es als Geschenk den «Peter-Spuhler-Marsch». (Bild: Mario Testa)

Peter Spuhler ist seit gestern abend Ehrenbürger der Gemeinde Bussnang. Vom Gemeinderat gab es als Geschenk den «Peter-Spuhler-Marsch». (Bild: Mario Testa)

Peter Spuhler trommelt mit den Fingern auf die eingerahmte Ehrenbürger-Urkunde. Ein zufriedenes Lächeln liegt auf seinen Lippen. Er sitzt in der vordersten Stuhlreihe, neben ihm die Tochter des einstigen Firmengründers Ernst Stadler. Auf der Bühne der neuen Turnhalle in Rothenhausen spielt die Musikgesellschaft Mettlen mit der Stadler-Musik den eigens für diesen Anlass komponierten «Peter- Spuhler-Marsch». Der Marsch ist ein Geschenk des Bussnanger Gemeinderats an den frischgebackenen Ehrenbürger, komponiert von Sepp Silberberger. «Einen Marsch haben sonst nur Bundesräte oder Generäle», sagt Gemeindeammann Ruedi Zbinden, bevor sich der Vorhang lüftet und die Musik einsetzt. Es ist kurz nach neun Uhr und der krönende Abschluss einer zügig durchgeführten Rechnungsversammlung der Politischen Gemeinde Bussnang.

Zuvor haben 81 der 93 Stimmbürger Ja gesagt zum Ehrenbürgerrecht für Peter Spuhler. Zehn sagten Nein. «Ich freue mich sehr über diese grosse Ehre», sagt Peter Spuhler. Und zu den ablehnenden Voten einzelner Stimmbürger meinte er: «Ich hätte sogar noch mit mehr Gegenstimmen gerechnet. Stadler Rail stellt für die Gemeinde auch eine Belastung dar.» So sei sein Betrieb verantwortlich für bis zu 50 Lastwagenfahrten täglich sowie etwas Industrielärm.

Früher Saurer, heute Stadler

Gemeindeammann Ruedi Zbinden lobt in seiner Laudatio für Peter Spuhler die Verdienste des Unternehmens – für die Gemeinde und den ganzen Thurgau: «Früher kannte man in ganz Europa Lastwagen von Saurer Arbon, heute sind es Züge von Stadler Bussnang.» Mit einer Projektion an die Leinwand verdeutlicht Zbinden, wie sich das Unternehmen seit dem Bau der ersten Montagehalle 1962 durch Ernst Stadler bis in die Gegenwart entwickelt hat. «Heute bietet Stadler über 2000 Arbeitsplätze hier in Bussnang und hat schon über 1500 Züge in alle Welt verkauft. Und auf jedem dieser Züge steht der Name unserer Gemeinde.»

Für die Diskussion und die geheime Abstimmung über die Ehrenbürgerschaft muss Peter Spuhler den Saal kurz verlassen. Nur ein Stimmbürger meldet sich zu Wort, Silvan Ziegler. «Ich finde es übertrieben, wie der Gemeinderat in der Botschaft die Stadler Rail lobt. Es tönt so, als gäbe es nur Stadler in Bussnang.» Neun weitere Stimmbürger sind wohl der gleichen Meinung und stimmen gegen das Ehrenbürgerrecht für Peter Spuhler. Die grosse Mehrheit entscheidet dafür.

Ausserordentliche Leistungen

«Als Dank und Zeichen der Wertschätzung in Anerkennung der ausserordentlichen Leistungen», steht auf der Ehrenbürger-Urkunde von Peter Spuhler. Das kann dieser trotz verschnörkelter Schrift auch lesen, im Gegensatz zu den Musiknoten in der anderen Hand. «Ich hatte ein Jahr Blockflötenunterricht. Und das hat gereicht», sagt Spuhler und lacht.