Ehemaliger Unternehmer soll hinter Gitter

WEINFELDEN. Unter Tränen hatte der Beschuldigte das Gericht gebeten, ihn zu verurteilen «für alles, was ich getan habe». Das war am Ende des zweiten Hauptverhandlungstages vor dem Bezirksgericht Weinfelden im Sommer des letzten Jahres. Jetzt hat das Bezirksgericht sein Urteil publiziert.

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WEINFELDEN. Unter Tränen hatte der Beschuldigte das Gericht gebeten, ihn zu verurteilen «für alles, was ich getan habe». Das war am Ende des zweiten Hauptverhandlungstages vor dem Bezirksgericht Weinfelden im Sommer des letzten Jahres. Jetzt hat das Bezirksgericht sein Urteil publiziert. Es ist indes noch nicht rechtskräftig.

341 Tage in Untersuchungshaft

Das Gericht verhängt eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten über den ehemaligen Unternehmer. Davon werden 21 Monate bei einer Probezeit von drei Jahren aufgeschoben. Und die 341 Tage, die er in Untersuchungshaft sass, werden an die Freiheitsstrafe angerechnet. Bereits beschlagnahmte Guthaben werden eingezogen und zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet. Verfahrenskosten von 163 000 Franken hat er aber immer noch zu berappen. Aus der Staatskasse erhält er eine Entschädigung von 21 600 Franken für seine Verteidigung.

Das Gericht verurteilt den Mann wegen mehrfacher Misswirtschaft und Urkundenfälschung, wegen Betrugs und versuchten Betrugs, wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Veruntreuung. Ein Berufsverbot, wie es die Staatsanwaltschaft forderte, hat das Gericht über den Mann nicht verhängt.

Aktenumfang: 90 Bundesordner

Mit dem Schuldspruch geht einer der grössten Wirtschaftsprozesse der letzten Jahre im Mittelthurgau zu Ende. Der Aktenumfang beträgt 90 Bundesordner. Im Oktober 2002 sass der Mann erstmals in Untersuchungshaft. Dass er verhältnismässig lange auf das Urteil warten musste, berücksichtigten die Richter im Strafmass. (es.)

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