EGNACH: Zwei Fliegen auf einen Schlag

Die Volksschulgemeinde will einen neuen Doppelkindergarten in Egnach bauen. Am Dienstag informierten die Verantwortlichen über die Pläne.

Trudi Krieg
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Florian Gantenbein, Martin Klauser, Sabrina Wolff, Adrian Mannhart und Andreas Brüschweiler vor den Plänen des Doppelkindergartens in Egnach. (Bild: Trudi Krieg)

Florian Gantenbein, Martin Klauser, Sabrina Wolff, Adrian Mannhart und Andreas Brüschweiler vor den Plänen des Doppelkindergartens in Egnach. (Bild: Trudi Krieg)

Die heutige Situation ist unbefriedigend. Adrian Mannhart und Sabrina Wolff erläuterten als Vertreter der Schulbehörde die Ausgangslage. Der Kindergarten ­Wilen ist dezentral. Bis auf eine Ausnahme müssen alle Kinder mit dem Bus hingefahren werden. Die Räume entsprechen ­sowohl in Wilen als auch im Kindergarten Egnach nicht mehr den kantonalen Anforderungen. Beide Häuser müssten aufwendig und teuer renoviert werden. Die Behörde entschied sich für den Verkauf der Liegenschaft Wilen und den Neubau eines Doppelkindergartens in Egnach. Aus einem Wettbewerb ging das Projekt des einheimischen Büros Gantenbein Brüschweiler Architekten als Sieger hervor.
 

Ein Kindergarten für alle Egnacher Kinder

Andreas Brüschweiler erläuterte das Projekt. Geplant ist ein Gebäude mit leicht abgedrehtem Baukörper, der das Grundstück in unterschiedliche Spielbereiche unterteilt. Es gibt keine Gänge in den einstöckigen Räumen, dafür flexibel nutzbare Räume zum Schaffen. In der Mischbauweise aus Beton und Holz ist auch viel Glas eingeplant. Durch gross­zügige Fenster sieht man ins Freie und von aussen in die Kindergartenzimmer, an die ein Gruppenraum angeschlossen ist. Der Bau im Minergiestandard kann bei steigender Kinderzahl mit zusätzlichen Schulzimmern aufgestockt werden.

Landschaftsarchitekt Martin Klauser erläuterte die Planung der Umgebung. Das grosszügige Gelände wird mit einer Hecke aus einheimischen Pflanzen umschlossen. «Man muss nicht unbedingt Modeströmungen nachgehen. Wichtig sind Freiräume. Man muss den Kindern Rahmenbedingungen geben, die es ihnen erlauben, sich zu entwickeln.» In der räumlichen Gliederung bleibt die Platane bestehen. Ein Weidentunnel, ein Pflanzgarten, Beton und Sand, in den ein Wässerlein plätschert, Rasen und Kies laden zum Spielen und Entdecken ein: «Allzu viel vorgegebene Ordnung hemmt die Fantasie, die bis ins Erwachsenenalter hinein verloren gehen könnte.»
 

Abstimmung am 26. November

Die Schulbehörde beantragt den Stimmberechtigten für die Urnenabstimmung vom 26. November, dem Baukredit von 1'880'000 Franken für den Neubau des Doppelkindergartens ­Egnach und dem Verkauf der Liegenschaft Wilen zuzustimmen. Geht alles glatt, läuft die Baueingabe bis Ende 2017. Anschliessend planen die Architekten die Ausführung, und die Arbeiten werden ausgeschrieben. Der Baubeginn ist auf Frühling 2018 vorgesehen.

Im Frühling 2019 sollte der neue Kindergarten bezugsbereit sein. Während der Bauphase findet der Kindergarten provisorisch im alten Primarschulhaus Egnach statt.

 

Trudi Krieg

romanshorn@thurgauerzeitung.ch