EGNACH: «Wir sind keine Ideologen»

Am Samstag startete der Verein Bee Best Friends mit 28 Teilnehmern den ersten Imkerkurs. Es sei keine Schnellbleiche, verteidigten sich die Verantwortlichen.

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Die Imker stehen Bee Best Friends skeptisch gegenüber, die sich für eine naturnahe und ­wesensgerechte Bienenhaltung einsetzen. Ihre Gegner schrecken sogar vor Zerstörung nicht zurück: Unbekannte haben kürzlich acht Bienenstöcke von Geschäftsführer Rüdiger Junghans kaputt gemacht (unsere Zeitung berichtete). Die Idee von ihm und seinem Kollegen Guido Knup stösst aber auf Interesse in der Bevölkerung: Fast 30 Personen vom Kind bis zum Senior haben sich für den ersten viertägigen Imkerkurs eingeschrieben, der am Samstag mit einem Theorieteil in Egnach startete. «Es ist keine Schnellbleiche, die wir ihnen geben», sagte Junghans und nahm dabei Bezug auf einen entsprechenden Vorwurf. «Wir werden eine fundierte Grundlage ­legen, damit Sie am Anfang ein oder zwei Völker gesund durchs Jahr bringen können.» Und wer Probleme habe, «lassen wir sicher nicht im Regen stehen». Angedacht sei auch ein Aufbaukurs.

Ihnen gehe es nicht darum festzulegen, was richtig und was falsch sei, stellte Junghans klar. Die Imkerei sei ein sehr weites Feld. «Wir sind keine Ideologen, sondern wollen die Imkerei als Kulturgut erhalten, die Gesellschaft informieren, Projekte zum Schutz der Bienen lancieren und uns für eine nachhaltige Bienenhaltung einsetzen.»

Die Teilnehmer erfuhren unter anderem viel über die verschiedenen Bienenrassen und ihre Verbreitung, das Leben im Bienenstock sowie die Bedrohungen wie die Varroa-Milbe, denen die Bienen ausgesetzt sind. Und wie der Imker darauf reagieren kann. Junghans ging auf die verschiedenen Behandlungsmethoden und die gesetzlichen Grundlagen ein. Er machte keine Hehl daraus, was er am besten findet. Letztlich überlasse er die Wahl des geeigneten Mittels aber jedem einzelnen. «Alles hat Vor- und Nachteile.» Den Kursteilnehmern gefiel, was sie zu hören bekamen: Junghans bekam Applaus.

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch