EGNACH: Singen, damit andere schreiben können

Rund 400 Gäste besuchten am Samstag das Benefizkonzert von Belinda del Porto. 10000 Franken werden nach diesem Abend der Stiftung Heft Foundation zufliessen.

Sara Carracedo
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Belinda del Porto singt für einen guten Zweck. (Bild: Sara Carracedo)

Belinda del Porto singt für einen guten Zweck. (Bild: Sara Carracedo)

Nur noch wenige Minuten bis ihr erstes öffentliches Konzert startet. Auf diesen Augenblick hat sich die junge Maturandin Belinda del Porto über ein Jahr vorbereitet. Die ersten Gäste treffen ein, es scheint, als ob die menschliche Schlange kein Ende hat. Immer mehr Leute strömen in die Rietzelghalle. Es sind weitaus mehr Besucher als erwartet. Schnell werden noch weitere 150 Stühle aufgestellt.

Mit «Feeling good» von Nina Simone eröffnet Belinda del Porto, die 19-jährige Egnacherin, ihr erstes Benefizkonzert. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, eigenständig das Projekt auf die Beine zu stellen. Mit dem gesammelten Geld will sie die Stiftung Heft Foundation ihres ehemaligen Seklehrers Silvan Meier unterstützen. Gleichzeitig ist es ihre Maturaabschlussarbeit. Meier ist stolz auf seine ehemalige Schülerin: «Sie ist sensationell. Ich habe ihre Fortschritte seit der ersten Sek bis kurz vor der Matura mitverfolgt und bin von ihrer Disziplin und ihrem Willen überwältigt. Ich bin ihr Fan.»

Auch Gemeindepräsident Stephan Tobler freut sich, eine so begabte Einwohnerin in Egnach zu wissen: «Ich kenne sie schon von Auftritten in der Musikschule, als sie noch viel jünger war, aber jetzt hat sie Talent wie Tina Turner.»

Del Porto singt zwei Stunden und unterbricht ihre Darbietungen immer wieder, damit die Gäste mehr über die Stiftung Heft Foundation erfahren. Die Lieder, die sie wiedergibt, sind Stücke aus ihrer Kindheit, mit denen sie sich sehr verbunden fühlt. Die Musik kommt bei den Gästen super an. Nach jedem Stück folgt tosender Beifall. Auch Belinda ist mit ihrer Leistung zufrieden: «Ich bin überwältigt von der Stimmung im Publikum und freue mich, dass sie meine Musik mögen.» Gerechnet hatte die Organisatorin mit 250 Gästen. Dann wurden es viel mehr. «Ich hätte nie mit solch einem Ansturm gerechnet», gesteht del Porto. So ist es kein Wunder, dass die Sängerin ihr Ziel erreicht hat: «Wir konnten an diesem Abend 10000 Franken Stiftungsgelder sammeln. Ich bin sprachlos – es ist Wahnsinn.»

Sara Carracedo

romanshorn@thurgauerzeitung.ch