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EGNACH / SALMSACH: Verzinkerei Zinctec ist am Ende - alle Mitarbeiter verlieren ihren Job

Die Egnacher Verzinkerei stellt ihren Betrieb ein. Alle gut 40 Mitarbeitenden haben die Kündigung erhalten.
Thomas Griesser Kym, Markus Schoch

Die Zinctec AG ist finanziell am Ende. Das Unternehmen mit Sitz in Egnach und einem zweiten Betrieb in Salmsach bedürfte laut eigenen Angaben «hoher Ersatz- und Erneuerungsinvestitionen», die man aber «aus eigener Kraft nicht aufbringen kann». In den vergangenen Monaten habe der Verwaltungsrat unter Präsidentin Carole Schmidt mit in- und ausländischen Investoren und Unternehmern intensiv nach einer Lösung gesucht, um das Unternehmen langfristig weiterführen zu können. Diese Gespräche haben sich aber offensichtlich zerschlagen, denn der Verwaltungsrat hat entschieden, den 54 Jahre alten Betrieb in den kommenden Monaten stillzulegen. Geschäftsführer und Verwaltungsratsmitglied Roman Heil bestätigt damit Informationen aus einer anonymen Quelle, die unserer Zeitung am Vortag in einem Schreiben zugespielt worden waren.

Alle Angestellten der Zinctec haben am vergangenen 29. Januar die Kündigung erhalten. Laut Heil sind es 41, laut der Quelle 43. Über einen allfälligen Sozialplan lässt sich Heil weder in seiner schriftlichen Mitteilung noch telefonisch noch via Anfrage per E-Mail etwas entlocken. Im Schreiben des Informanten heisst es dagegen, «leider hat sich das Unternehmen nicht die Mühe gemacht, einen Sozialplan zu erstellen». Stefan Brülisauer, Sektionsleiter bei der Gewerkschaft Unia Region Ostschweiz-Graubünden, weiss, dass Zinctec schliesen wird. Er wolle sich nun darum bemühen, für die Mitarbeitenden soviel herauszuschlagen, wie allenfalls möglich ist. Laut Heil ist die Belegschaft über das bevorstehende Aus ihrer Firma bereits Ende September 2017 im Rahmen eines Konsultationsverfahrens orientiert worden.

Der Egnacher Gemeindepräsident Stephan Tobler war überrascht von der Mitteilung, dass die Zinctec den Betrieb auf Ende April schliesst. Im letzten Sommer habe er sich mit der Geschäftsleitung getroffen. Und ihm sei mitgeteilt worden, dass es Veränderungen geben werde. Die Produktionsanlagen müssten erneuert werden, habe man ihm erklärt. Die Zinctec allein könne die hohen Investitionen aber nicht stemmen, und sie suche deshalb einen Partner. Im Herbst habe er dann nochmals das Gespräch mit den Verantwortlichen gesucht. Und da habe es geheissen, es zeichne sich eine Lösung ab, die zu 90 Prozent stehe. «Ich hatte dann das Gefühl, es kommt gut.»

Das Ende der Zinctec sei keine gute Nachricht für die Gemeinde, die nicht gesegnet sei mit Arbeitsplätzen. Und noch weniger für die gut 40 Mitarbeitenden. Vor allem für jene in der Produktion werde es nicht einfach sein, eine neue Stelle zu finden. Was mit dem 1,5 Hektaren grossen Betriebsgelände an bester Lage direkt beim Bahnhof Egnach passiere, sei offen. Denkbar sei die Umzonung in ein Wohngebiet. Zuvor müssten aber die Altlasten saniert und die Gebäude abgebrochen werden. «Das braucht Zeit», sagt Tobler. Wenn es drei, vier oder fünf Jahre dauere, gehe es schnell.

Die Zinctec, die früher als Verzinkerei Egnach AG firmierte, hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Das Unternehmen wurde am 25. März 1964 von Ernst Fischer und drei Mitstreitern gegründet. Im Jahr 2008 wurde Zinctec von der Schweizerischen Drahtziegelfabrik AG (SDL) im bernischen Lotzwil übernommen, die Carole Schmidt gehört und ebenfalls von Roman Heil geführt wird. Per Anfang April 2016 übernahm die SDL die Luzerner Bossart + Partner AG und konzentrierte an deren Standort Gettnau die Pulverbeschichtung und Nasslackierung, während sich SDL und Zinctec aufs Verzinken konzentrierten. Als Folge gingen in Salmsach und Lotzwil rund 30 Stellen verloren. Anfang November 2017 büsste die Wettbewerbskommission (Weko) mehrere Feuerverzinker wegen verbotener Preisabreden mit insgesamt 8 Millionen Franken. Zu den Gebüssten zählte auch Zinctec.

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