EGNACH: Neues Lager für Kadaver

Die regionale Tierkörpersammelstelle in Ladreute ist eine der drei grössten im Kanton. Mit einem Neubau wird der Betrieb hygienischer und ökologischer.

Markus Schoch
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Vertreter der beteiligten Städte und Gemeinden greifen zur Schaufel. (Bild: Markus Schoch)

Vertreter der beteiligten Städte und Gemeinden greifen zur Schaufel. (Bild: Markus Schoch)

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch

Der Verwesungsgeruch setzt sich sofort in den Kleidern und auf der Haut fest. Wer sich nur eine halbe Minute im Gebäude aufhält, nimmt ihn an. Es gibt deshalb Duschen für die Mitarbeiter des Werkhofes, die sich um die Tierkörpersammelstelle kümmern und jährlich rund 480 Stunden dafür aufwenden. Sie schauen täglich vorbei und legen Hand an, wenn durchschnittlich zwölf Container jeweils am Montag und Donnerstag geleert werden.

Die Anlage in Ladreute ist eine der drei grössten im Kanton. Ihr Einzugsgebiet ist praktisch der ganze Oberthurgau und umfasst auch angrenzende Teile des Kantons St. Gallen. Rund 360 Tonnen werden jährlich von Egnach in die TMF Extraktionswerk AG in Bazenheid zur Entsorgung abgeführt. Doch die Anlage ist in die Jahre gekommen. Sie wurde 1962 in Betrieb genommen und genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr, weder in tier- und gesundheitspolizeilicher noch in energetischer Hinsicht.

Neubau für 1,1 Millionen Franken

Auf der anderen Strassenseite, ­etwas weiter weg von Bach und Wald, ist deshalb für rund 1,1 Millionen Franken ein Neubau mit 20 Containern geplant. Die Arbeiten für das regionale Gemeinschaftswerk sollen im Mai beginnen und Ende Jahr abgeschlossen sein. Gestern trafen sich Vertreter der 13 angeschlossenen Städte und Gemeinden zum Spatenstich.

An den Bau- und Betriebskosten beteiligen sich auch Horn, Tübach und Berg, die neu dazu gestossen sind. Sie mussten sich anders orientieren, nachdem die Tierkörpersammelstelle in Rorschach auf Ende des letzten Jahres zugemacht worden war.