EGNACH: Leise Töne vor spektakulärer Kulisse

Gaumenschmaus aus der Region vereint mit idyllischer Musik unter freiem Himmel am See: Das «Konzert am Steg» jährte sich am Freitag zum dritten Mal und lockte über 100 Zuschauer an.

Sara Carracedo
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Stimmungsvoller Abend mit Musik. (Bild: Sara Carracedo)

Stimmungsvoller Abend mit Musik. (Bild: Sara Carracedo)

Während die Badegäste am Wiedehorn sich noch ein letztes Mal im kühlen Nass erfrischen, wandelt sich der 85 Meter lange Steg in eine elegante Plattform für musikalische und kulinarische Geniesser um. Der Himmel über dem Bodensee zeigt sich in verschiedensten rötlichen Nuancen, und ein magisches Wechselspiel der Farben entsteht.

Damit die Gäste den harmonischen Klängen der klassischen Musik ganz entspannt lauschen können, wird zuerst diniert. Martin Hasen, Patron des Landgasthofs Seelust, ist wie in den letzten beiden Jahren dafür verantwortlich. «Das Ziel des Anlasses ist, Kultur aus der Heimat näher zu bringen, und wir haben dafür nur einheimische Produkte serviert», sagt er. Auch die Musik ist einheimisch. So stammt das klassisch spielende Geschwister-Ensemble ebenfalls aus der Gemeinde.

Die Sopranistin und Violinistin Anna Gschwend war mit ihrer älteren Schwester Julia Kreyenbühl-Gschwend, Harfenistin, für den musikalischen Teil des Anlasses zuständig. Für das Duo war der Auftritt gleich eine doppelte Premiere, mit dem Programm «So sternenklar war die Nacht» standen sie erstmals zusammen und zum ersten Mal auf der schwimmenden Bühne.

Obwohl die Schwestern zuvor noch kein einziges Mal auf der schwimmenden Bühne proben konnten, sind sie mit dem Konzert sehr zufrieden. «Ich hatte Bedenken wegen der Akustik unter freiem Himmel, doch die Seitenwände waren eine grosse Unterstützung», sagt Gschwend erleichtert. Am meisten habe die spezielle Atmosphäre begeistert, welche es bei keinem anderen Konzert sonst gäbe, schwärmt Kreyenbühl-Gschwend. Und: «Weil das Floss immer in Bewegung ist, spielt man automatisch intensiver und lässt sich von der Kulisse inspirieren.»

Ebenso begeistert vom Panorama war Rita Schwegler, die den langen Weg von Luzern auf sich nahm: «So etwas gibt es in Luzern nicht. Es ist eine sehr romantische Stimmung mit wunderbarem Essen und himmlischer Musik.»

Wie durch Geisterhand dreht sich das Floss nach einer Stunde um die eigene Achse, bevor es wieder ans Ufer geht. Das Publikum ist begeistert. Das Floss gleitet natürlich nicht von selbst über das Wasser. Dahinter stecken Res Schallenberg und Martin Leopold, beide Werkhofmitarbeiter. Sie ziehen das Floss mit eigener Körperkraft. «Ein Motor würde die Musik stören», sagt Schallenberg, der schon beim ersten Konzert das Floss gezogen hat.

Organisiert hat den Anlass Gemeinderätin Christina Holzer, Gemeinderatsmitglied. Entstanden ist die Idee vor drei Jahren im Rahmen des Umweltjahres. Heuer ist es zum jährlichen Dorfanlass geworden.

Sara Carracedo

romanshorn

@thurgauerzeitung.ch