EGNACH: Kleines Dorf trumpft gross auf

Die Gemeinde wird im Juni für drei Tage zur Festhütte. Die Musikgesellschaft weiht die neue Uniform ein und führt das Kreismusikfest durch. Auf der Bühne stehen Topacts wie Stefanie Heinzmann, Manillio oder Yokko.

Markus Schoch
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Zählen die Tage: OK-Präsident Viktor Gschwend, Musikvereinspräsidentin Karin Kobler und Gemeindepräsident Stephan Tobler. (Bild: Reto Martin)

Zählen die Tage: OK-Präsident Viktor Gschwend, Musikvereinspräsidentin Karin Kobler und Gemeindepräsident Stephan Tobler. (Bild: Reto Martin)

«Wir sind ein crazy Musikverein: Klein und einzigartig. Und deshalb haben wir auch ein verrücktes Fest auf die Beine gestellt», sagt Präsidentin Karin Kobler. Das kleine Dorf rührt mit der grossen Kelle an. Das Budget beläuft sich auf eine halbe Million Franken. «Es wird ein Event der Superlative», verspricht Gemeindepräsident Stephan Tobler.

Egnach wird vom 16. bis 19. Juni zur Festhütte. «Es sind alle dabei, die in der Schweizer Musikszene Rang und Namen haben», sagt Kobler, die bei der Musikwelle von Radio SRF arbeitet und selbst von ihren Kollegen im Studio Komplimente für das Programm bekam.

Am Freitag stehen Manillio, Stefanie Heinzmann, Yokko oder Panda Lux auf der Bühne. Am Samstag findet der Kreismusiktag statt, zu dem 850 Blasmusikanten aus dem Thurgau er- wartet werden. Und am Sonntag stellt die Musikgesellschaft ihre neue Uniform der Öffentlichkeit vor. Die alte aus dem Jahr 1992 macht nicht mehr viel her. «Es gibt ein sehr feines, exklusives Festival mit herrlicher Kulisse», schwärmt Kobler.

Das halbe Dorf hilft mit

Seit zweieinhalb Jahren ist das von Viktor Gschwend präsidierte Organisationskomitee an der Arbeit. 100 Tage bleiben ihm noch, die letzten Details zu klären. «Wir sind auf gutem Weg», sagt Gschwend. So sei er sehr zuversichtlich, genügend Helfer zu finden – eine der grössten Herausforderungen bei einer Veranstaltung in dieser Dimension. 300 bis 400 Personen sind nötig. Dass so viele mitmachen, sei ein Beleg dafür, wie gross der Zusammenhalt in Egnach sei, sagt Tobler. «Es zeigt sich einmal mehr, dass ein Verein im Dorf von der Solidarität der anderen rund 50 Vereine am Ort lebt.» Und dabei bekommen die Helfer nur Geld, wenn am Schluss genügend Geld in der Kasse bleibt.

Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. «Wir haben viele Sponsoren gefunden», sagt Gschwend. Unter anderem zahlt die Gemeinde 10000 Franken an die 40 neuen Uniformen, die 90000 Franken kosten.» 36 Stück sind bereits finanziert. Einen Teil der Gelder hat die Musikgesellschaft selber gesammelt, unter anderem mit einem Marschmusikmarathon im letzten August . «Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen», sagt Gschwend. Obwohl: Selbst wenn es regnen sollte, fällt die Veranstaltung allerdings nicht ins Wasser. «Wir stellen auf dem grossen Kiesplatz hinter der Rietzelghalle ein grosses Festzelt auf, das 2500 Besucher fasst.»

Aber gleich Katzen hageln wie beim 100-Jahr-Jubiläum der Musikgesellschaft 2001 sollte es dann doch nicht. Denn Teil des Festgeländes sind auch eine Aussenbühne und diverse Verpflegungsstände.

Markus Schoch

markus.schoch

@thurgauerzeitung.ch