EGNACH: Diesmal ohne Streit

Im Weiler Ballen gibt es Pläne für eine Aushub-Deponie. Gemeindepräsident Stephan Tobler erwartet keinen Widerstand.

Maria Keller
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2012 sorgte eine geplante Inert- stoffdeponie für Aushub und Bauschutt in Roggwil an der Gemeindegrenze zu Egnach für Protestaktionen in der Bevölkerung. Sie ist bis heute eine Idee geblieben. Wobei nicht klar ist, ob die Initianten – eine Firma aus Zuzwil – den Standort aufgegeben haben oder nicht.

Jetzt gibt es Überlegungen, im Weiler Ballen in Egnach eine Deponie für unverschmutzten Aushub einzurichten, wie dem regierungsrätlichen Entwurf des teilrevidierten kantonalen Richtplans zu entnehmen ist. Gemeindepräsident Stephan Tobler erwartet nicht, dass das Projekt grosse Wellen schlagen wird. Die Ausgangslage sei eine andere als vor fünf Jahren.

Die geplante Deponie würde in der Peripherie von Ballen entstehen, direkt an der Kantonsgrenze zu St. Gallen. Die dezentrale Lage sei ein Grund dafür, wieso man keinen Protest erwarte, sagt Tobler. «Das Ganze wird eine kleine und ruhige Sache. Niemand sollte sich daran gestört fühlen.» Ausserdem hätten alle umliegenden Bewohner das Gesuch unterschrieben. «Von daher sollte das Projekt nicht auf Widerstand stossen.» Zumal der Bedarf ausgewiesen sei. Die Region habe zu wenig Kapazitäten bezüglich solcher Lagerstätten, sagt Tobler. Es habe sich zusätzlicher Bedarf ergeben, schreibt der Regierungsrat. «Die entsprechende Planung müsse laufend erfolgen.»

Auslöser im konkreten Fall war ein entsprechendes Gesuch der Grundeigentümer. Bis zur Eröffnung der Deponie ist es noch ein weiter Weg mit einigen Hürden. «Erst muss der kantonale Richtplan sowie der kommunale Zonenplan genehmigt werden, später dann das Baugesuch.»

Kein Grund zu Reklamationen

Bei der Auseinandersetzung um die Deponie im Gebiet Grosszälg lag die Sache ganz anders. Sie hätte sehr gross werden sollen und hätte direkt an Wohngebiete angegrenzt, wo sich die Bevölkerung zur Wehr setzte. Personen aus Fetzisloh gründeten den Verein «Depo-nie». Sie kritisierten den drohenden Kulturlandverlust und die Zerstörung eines Naherholungsgebietes.

Maria Keller

maria.keller@thurgauerzeitung.ch