EGNACH: Die Ananas ist seine Passion

Wenn andere in die Tropen verreisen, um dem Winter zu entfliehen, nimmt es Urs Rutishauser gemütlicher. Er geniesst im geheizten Wintergarten sein kleines Paradies.

Trudi Krieg
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Urs Rutishauser in seinem kleinen paradiesischen Wintergarten. (Bild: Trudi Krieg)

Urs Rutishauser in seinem kleinen paradiesischen Wintergarten. (Bild: Trudi Krieg)

Trudi Krieg

romanshorn@thurgauerzeitung.ch

Urs Rutishauser war schon immer fasziniert vom Leben der Pflanzen. Dabei probiert der ­Egnacher gerne selber aus, was sonst nicht unbedingt in unseren Breitengraden gedeiht.

Zeit, Geduld und Beobachtung

Seit sich der Bankfachmann vor zwei Jahren pensionieren liess, haben es ihm die Ananas besonders angetan. Er schneidet von gekauften Ananas die Blattrosette am oberen Ende zusammen mit einer Scheibe Fruchtfleisch ab und pflanzt sie ein. Dann brauche es vor allem Geduld und Zeit. Ein bis zwei Jahre Pflege brauche es, bis die Pflanze Früchte trage. Urs Rutishauser bereitet seine eigene Erdmischung zu für die Topfpflanzen. Etwas sauer müsse sie sein. Tannennadeln und getrocknete Blätter von Ananaspflanzen mischt er unter. Gegossen wird nur mit abgestandenem Regenwasser, dem er die abgeschnit- tene Rinde der Weide beigibt. Diese soll ein Wurzelhormon ­enthalten. Luftfeuchtigkeit und Temperatur werden sorgfältig überwacht und wenn er irgendwo eine tote Fliege findet, legt sie Rutishauser in eine Ananasrosette, wo sie die zu den Bromelien gehörende Pflanze verdaut.

Sechs Monate bis zur Egnacher Ananas

«Meine Pflanzen sind inzwischen Egnacher Ananas geworden», sagt der Hobbybotaniker von ­seinen Ananaspflanzen, die sich akklimatisiert haben. Er stellt die Töpfe im Sommer ins Freie, wo die Temperatur manchmal in der Nacht bis auf zehn Grad hinuntersinkt. Normalerweise gedeihen die ursprünglich aus Brasilien stammenden Früchte nur bei Temperaturen über 20 Grad.

Urs Rutishauser freut sich jeweils besonders, wenn sich an einem Blütenstiel eine Rosette mit vielen violetten Blüten bildet. Bis sich daraus eine Frucht bildet und ausreift, dauert es rund ein halbes Jahr. Rutishauser hat alles fein säuberlich notiert und mit Fotografien dokumentiert. «Red Spanish», eine rötliche Frucht mit rötlich gestreiften Blättern, fehlt ihm noch, denn diese gibt es hier nicht im Handel.