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EGNACH: «Das tut uns weh»

Gemeindepräsident Stephan Tobler ist wegen des neuen Zonenplans nicht gut auf den Kanton zu sprechen.
Markus Schoch

Die Eigenart ist Fluch und Segen zugleich. Egnach ist mit einer Fläche von 18 Quadratkilometern eine der weitläufigsten Gemeinde im Kanton mit 68 Weilern. Die heutige Struktur ist über die Jahrhunderte gewachsen. «Wir sind stolz darauf», sagt Gemeindepräsident Stephan Tobler. Die dezentrale Besiedelung wird aber immer mehr zu einem Problem. Sie zu bewahren, ist schwierig. Denn der Kanton will beispielsweise in Erdhausen, Langgreut oder Buch keine bauliche Entwicklung zulassen, wie die Diskussionen mit den zuständigen Stellen in Frauenfeld über den überarbeiteteten Zonenplan zeigen. «Es ist nichts mehr möglich», sagt Tobler und blättert im 45-seitigen Bericht des Kantons zum Entwurf des Gemeinderates.

Die Behörde sah vor, die Weilerzone stellenweise zu vergrössern, um Gewerbebetrieben vor Ort eine Zukunft zu geben. Doch der Kanton lasse nicht mit sich reden, sagt Tobler. Und wolle die Schraube sogar anziehen: Klösterli soll nicht mehr Weilerzone sein, weil es die Kriterien nicht mehr erfüllt. «Die Verhandlungen sind zäh. Wir haben wegen all dem einen riesigen Kampf, wie viele andere Landgemeinden.» Die Argumentation sei stets die gleiche: Die Zersiedelung müsse verhindert werden. Doch dieser Einwand greife im Fall von Egnach nicht, sagt Tobler. «Wir sind bereits eine zersiedelte Gemeinde. Alle Weiler sind gut erschlossen.» Es gehe ihnen nur darum, Unternehmen Expansionsmöglichkeiten zu bieten. «Es stehen Existenzen auf dem Spiel», sagt Tobler mit Verweis auf einen Eierproduzenten, der zwingend vergrössern muss, um überleben zu können. Der Kanton mache sich die Sache zu einfach, wenn er vorschlage, die betroffenen Betriebe könnten doch ins Gewerbegebiet in Egnach umsiedeln. Für die meisten sei das keine Alternative.

Intensivzonen zusammenfassen

Diskussionen gebe es auch wegen der Landwirtschaftszonen für besondere Nutzungen. Der Kanton habe klar kommuniziert, dass er sie künftig scheibchenweise über eine Änderung des Zonenplanes nicht mehr bewilligen werde. Jetzt im Rahmen der Gesamtrevision sei der Zeitpunkt, die Flächen zu bestimmen, wo besonders intensive Landwirtschaft möglich sein soll. Danach ist auf Jahre hinaus nichts mehr zu wollen. «Wir haben vier Gesuche, die noch pendent sind, und zwei, die der Kanton kritisch beurteilt», sagt Tobler. Aus raumplanerischen Überlegungen dränge Frauenfeld darauf, alle diese speziellen Produktionsstandorte geografisch zusammen zu nehmen. Aus seuchenpolizeilichen Gründen sei diese Lösung aber alles andere als wünschenswert, hält Tobler dagegen.

Die offenen Fragen sollen in den nächsten Wochen bereinigt werden. Dabei geht es auch ums Thurella-Areal. Die Industriebrache soll zum lebendigen Zentrum von Egnach mit Wohnungen und Gewerberäumlichkeiten werden. Der Gemeinderat will zur Umzonung nur Hand bieten, wenn die Thurella gewisse Auflagen erfüllt. «Dazu braucht es einen vernünftigen Vertrag», sagt Tobler. Bevor er nicht unterzeichnet ist, läuft nichts. Will heissen: Unter Umständen stimmen die Egnacher erst zu einem späteren Zeitpunkt übers Thurella-Areal ab. Und nicht bereits im Herbst an einer Gemeindeversammlung, wo voraussichtlich der komplett überarbeitete Zonenplan verabschiedet wird - wenn alles glatt läuft. Der Fahrplan bis dahin: Im Frühling kann sich die Bevölkerung zu den Vorschlägen des Gemeinderates äussern, die er im Februar verabschiedet. Im Mai oder Juni liegen die Pläne auf.

Einen grossen Wurf wird es nicht geben, warnt Tobler vor übertriebenen Erwartungen. «Wir mussten auf Druck des Kantons an vielen Orten zurück schrauben.»

Markus Schoch

markus.schoch

@thurgauerzeitung.ch

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