EGNACH: Bienenstöcke zerstört

Der Verein Bee Best Friends möchte Imker für eine naturnahe Bienenhaltung gewinnen. Doch nicht alle finden die Idee gut. Die Bienenstöcke des einen der beiden Geschäftsführer sind zerstört worden.

Markus Schoch
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Vom Sockel gestossen: Unbekannte haben die Bienen von Rüdiger Junghans getötet. (Bild: Rüdiger Junghans)

Vom Sockel gestossen: Unbekannte haben die Bienen von Rüdiger Junghans getötet. (Bild: Rüdiger Junghans)

Rüdiger Junghans und Guido Knup sind für manchen Imker ein rotes Tuch. Sie seien «Sauhunde», sagte einer unverblümt am Telefon gegenüber der «Thurgauer Zeitung», nachdem er letzte Woche die Reportage über die beiden gelesen hatte. Mit ihrer Schnellbleiche für angehende Bienenhalter und dem naturnahen Ansatz würden sie letztlich alle Völker im Kanton gefährden.

Die zwei Geschäftsführer des Vereines Bee Best Friends mit Sitz in Egnach werden derzeit nicht nur verbal angegriffen. Ihre Gegner schreiten auch zur Tat. So haben Unbekannte kürzlich acht Bienenstöcke von Junghans zerstört, der in der Nähe von Schönholzerswilen lebt.

Wegen Kälte erfroren
Nicht nur ging alles Material kaputt. Auch die Bienen dürften erfroren sein. «Sie hatten bei den tiefen Temperaturen keine Chance zum Überleben», sagt Junghans. Einen Lausbubenstreich schliesst er aus. Die Bienenhäuser befanden sich an zwei unterschiedlichen Standorten. Junghans geht von einer gezielten Sabotage aus.

Die Bienenstände zu finden, war nicht allzu schwierig. Ein paar Klicks genügen. Sie sind auf der Plattform Thurgis des kantonalen Amtes für Geoinformation eingetragen. «Zudem kennt man mich in der Region», sagt Junghans. Er hat zwar Anzeige bei der Polizei eingereicht, macht sich aber keine allzu grossen Hoffnungen, dass die Täter gefunden werden. Auch wenn jemand in der fraglichen Zeit am Tatort gesehen und zur Rede gestellt worden ist. 

«Angst ist ein schlechter Ratgeber»
Einschüchtern lässt sich Junghans nicht, zumal er auch sehr positive Reaktionen aus Imkerkreisen hatte, die ihn bestärken. «Wir machen weiter, das ist keine Frage.» Die Vorkommnisse würden ihm jedoch zeigen, dass gewisse Ängste vorhanden seien. «Doch Angst ist ein schlechter Ratgeber.» Statt Zerstörung würde sich Junghans einen Dialog mit den Kritikern wünschen, bei dem Missverständnisse geklärt werden können. «Es liegt uns fern, Bienen zu vernachlässigen und damit ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen», stellt er klar. Für den ersten Imkerkurs von Bee Best Friends, der Ende März beginnt, haben sich bis jetzt 18 Personen angemeldet.