EGNACH: Auf dem Holzweg

Ein Teil der Pläne des Kantons zur Gestaltung des Seeufers löst bei der Gemeinde Kopfschütteln aus.

Markus Schoch
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Die Arbeit hat lange gedauert, doch mit dem Ergebnis ist man im Egnacher Gemeindehaus nur bedingt zufrieden. 2013 erteilte der Regierungsrat dem Amt für Raumentwicklung den Auftrag, die Uferplanung am Obersee an die Hand zu nehmen. Mittlerweile liegt die Detailplanung vor. Im Januar hat sie der Kanton den betroffenen zwölf Gemeinden vorgestellt.

Kanton will Wanderweg verlegen

Egnachs Gemeindepräsident Stephan Tobler ist mässig begeistert von den Vorschlägen aus Frauenfeld. Gar nichts hält er von der Idee, den heute auf dem Bahndamm verlaufenden Wanderweg zwischen der sogenannten Bierbrücke und der Salmsacher Bucht ins Naturschutzgebiet am See zu verlegen, wo es bereits einen Trampelpfad gibt. «Wir haben immer wieder Reklamationen aus der Bevölkerung wegen frei laufenden Hunden, die in diesem Gebiet eigentlich angeleint sein müssten.» Zudem komme es vor, dass einzelne sich einen Weg durch Schilf ans Wasser suchen würden, was verboten sei. «Die Probleme würden nur noch grösser, wenn wir auf die Variante des Kantons umschwenken», sagt Tobler. Kommt hinzu: Es müsste eine Brücke gebaut werden –finanziert von der Gemeinde.

Es gibt aber auch Anregungen, die Tobler für prüfenswert hält. Beispielsweise die Renaturierung des Wilerbaches im Bereich des Hafens und die ökologische Aufwertung des Badeplatzes bei der Luxburg mit einem Flachufer wie beim Strandbad Wiedehorn, dessen Gestaltung rund 460000 Franken kostete; die Hälfte der Investition übernahm der Kanton. Wie verbindlich die Uferplanung für die Gemeinden ist, weiss Tobler nicht.

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch