Duellzone Bahnhofstrasse

Die Vorherrschaft der Autos auf der Bahnhofstrasse ist dem Grünen Forum ein Dorn im Auge. Bei einem Augenschein näherten sich der Parteipräsident und der Gemeindeammann etwas an – Einigkeit erzielt wurde aber bei weitem nicht.

Daniel Walt
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Eigentlich hatte Daniel Anthenien, Präsident des Grünen Forums und Initiant eines Augenscheins zum Thema Verkehrssituation an der Bahnhofstrasse, nur mit einem einzigen Vertreter der Gemeinde gerechnet. Gemeinderat Max Sommer brachte im Schlepptau aber gleich noch Gemeindeammann Norbert Senn und Bauverwalter Reinhard Hofmann mit. Ein Zeichen, dass die Gemeinde ihre bisherigen Bemühungen für mehr Verkehrssicherheit an der Bahnhofstrasse unterstreichen wollte.

Schwächere schützen

«Ziel ist es, heute einmal ein Aug und ein Ohr voll Bahnhofstrasse zu nehmen», sagte Daniel Anthenien in seiner Begrüssung. Es gehe dem Grünen Forum darum, dass sich die Gemeinde endlich intensiver um die Bahnhofstrasse kümmere und konkrete Verbesserungen angehe. In der Folge erwähnte er, immer wieder erlebten Verkehrsteilnehmer mulmige Situationen an der Bahnhofstrasse.

«Noch ist nichts Schwerwiegendes passiert, aber Fussgänger und Velofahrer sind nun mal die schwächeren Verkehrsteilnehmer.» Auch müssten Schul- und Spielgruppenkinder die Bahnhofstrasse überqueren. «Zudem führt der schnelle und hektische motorisierte Verkehr zu Lärmimmissionen und macht das Dorf als Einkaufsort unattraktiv.» In der Folge präsentierte Anthenien Lösungsansätze. Stichworte: Temporeduktionen oder bauliche Massnahmen.

«Unhaltbar, was hier abgeht»

Ebenfalls am Augenschein nahmen Barbara Schwarzenbach, Schulleiterin der Primarschule, und Anwohner David H. Bon teil. Schwarzenbach sagte: «Je sicherer alle Schulwege sind, desto besser für uns.» Wobei mit der Installation von Mittelinseln an der Bahnhofstrasse schon gewisse Verbesserungen erzielt worden seien.

Bon seinerseits äusserte zwar Verständnis dafür, dass die Bahnhofstrasse eine Einfallsachse sei, fand aber deutliche Worte zum Fahrverhalten gewisser Personen: «Unhaltbar, was hier abgeht, das glaubt keiner, wie die teils die Bahnhofstrasse hinauffahren», so Bon, der sich als FDP-Präsident wiederholt für eine ganzheitliche Sicht der Verkehrsproblematik am Ort ausgesprochen hat.

«Bereits einiges unternommen»

In der Folge dankte Norbert Senn für die Gelegenheit, das Thema und den bisherigen Einsatz der Gemeinde zu erläutern. Wobei er nicht verschwieg, dass er sich vor dem Gang der Grünen mit einer Mitteilung an die Öffentlichkeit den direkten Kontakt mit der Gemeinde gewünscht hätte. Auch an der Formulierung, es müsse endlich etwas gehen an der Bahnhofstrasse, stört sich Senn etwas. Er betonte in der Folge, Geschwindigkeit werde subjektiv wahrgenommen. «Ein gewisses Risiko besteht immer.

Es unter Wahrung der Verhältnismässigkeit möglichst zu minimieren ist unser aller Ziel – genauso wie ein respektvolles Miteinander aller Verkehrsteilnehmer.» Senn erinnerte daran, dass die Gemeinde an der Bahnhofstrasse bereits mehrere Schutzinseln erstellt habe, welche im Schnitt rund 140 000 Franken kosteten. «Zudem machen wir immer wieder Messungen», so Senn.

So seien bei einer Messung 2007 nur 3,6 Prozent der Fahrzeuge an der Bahnhofstrasse zu schnell gefahren. Auch die Übertretungsquoten, welche die halbstationäre Messanlage an den beiden Standorten an der Bahnhofstrasse feststelle, seien tiefer als an anderen Standorten in Romanshorn. 2009 betrugen sie 0,54 und 0,17 Prozent.

«Das ist das falsche Konzept»

«Es wurde schon vieles gemacht», gestand Daniel Anthenien in der Folge zu. Das heisse aber nicht, dass die Situation perfekt sei. Er wehrte sich gegen eine Aussage Max Sommers, Velofahrer und Fussgänger hätten Alternativen dazu, sich auf der Hauptverkehrsachse Bahnhofstrasse bewegen zu müssen: «Der Velofahrer soll verschwinden? Das ist das falsche Konzept – der Autofahrer hat hier nicht mehr Rechte!», so Anthenien.

Bauverwalter Reinhard Hofmann rief in Erinnerung, der grösste Teil der Bahnhofstrasse sei als Verbindung zu Bahnhof und Hafen klar als Hauptstrasse definiert. Er erwähnte die Möglichkeit, dem Kanton einen Antrag auf Temporeduktion zu stellen. «Das würde aber bedeuten, dass wir die Strasse übernehmen müssten und Romanshorn der einzige Bahnhof im Kanton wäre, der von keiner Staatsstrasse mehr angefahren würde.

» Norbert Senn seinerseits hat grosse Zweifel, ob der Kanton einer Temporeduktion zustimmen würde – der Kanton habe in einer Stellungnahme mitgeteilt, er lehne eine solche ab, so Senn, der antönte, im unteren Bereich der Strasse seien gestalterische Verbesserungen in Abklärung.

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