Dubai liegt näher, als man denkt

Leuchtturm

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Ich kehrte gestern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zurück. Man sagte mir im Vorfeld, ich müsse Dubai, die grösste und wohl verrückteste Stadt dort, unbedingt besuchen. Das tat ich – und wirklich, der Magie dieser Metropole konnte ich mich nicht entziehen: Nicht nur die über 150 Wolkenkratzer ragen beeindruckend aus der Wüstenlandschaft, auch die Innenstadt mit dem riesigen Gewürzmarkt, der die Luft mit den feinsten Gerüchen schwängert, und dem danebenliegenden Goldmarkt, welcher die ganze orientalisch angehauchte Strasse im edlen Gelb erscheinen lässt, ist sehenswert. Weiter wären unzählige Museen, die gigantischen Einkaufsparadiese mit Schneepisten und Meeresaquarien oder die Altstadt mit dem altehrwürdigen Markt zu erwähnen.

Aber was, so fragen Sie zu Recht, hat das mit Romanshorn zu tun? Na ja, ich begegnete in Dubai Romanshorner Themen immer wieder. Dass ich beim Anblick des berühmten Sieben-Sterne-Hotels «Burj al Arab» an ein mögliches «Hotel al Hess» am Hafen dachte, wäre übertrieben. Auch die aufgeschüttete Palmeninsel muss in Romanshorn nicht unbedingt nachgebaut werden – eine angemessene Aktualisierung unseres «Inselis» genügt vollkommen. Und das Wasser-Licht-Musikspektakel der Dubai-Fountains haben wir ja eigentlich in Form des Ascobrunnens in der Hafenstadt auch bereits.

Nein, Romanshorn war für mich greifbar nah, als ich auf dem Burj Khalifa, dem 828 Meter hohen und damit weltgrössten Turm stand. Dieser ist als Megabauwerk hier mitten in die Wüste erstellt worden: Ich konnte mich währende meines Aufenthalts des Gedankens nicht erwehren, dass auch bei uns in Romanshorn so manche Traumtürme bis hoch in den Himmel wachsen, wir aber hier auch alles auf Sand zu bauen scheinen… Dubai liegt näher, als wir denken!

Christoph Sutter