Dreispitz

Big Brother Letzte Woche ist der Chretzer ins Rösli nach Bottighofen spaziert. Er war lange nicht mehr dort gewesen und freute sich auf das Sonnenbad. Das bekam er auch. Ausserdem wurde er der Überwachungskameras gewahr, die dort stehen.

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Big Brother

Letzte Woche ist der Chretzer ins Rösli nach Bottighofen spaziert. Er war lange nicht mehr dort gewesen und freute sich auf das Sonnenbad. Das bekam er auch. Ausserdem wurde er der Überwachungskameras gewahr, die dort stehen. Ob diese ihn auch gesehen haben? Scheinbar geht es ja nicht mehr ohne. Wir wollen Sicherheit, wir sind gegen Vandalismus – wer hilft? Die Technik! Aber im Rösli wurde dem Chretzer klar, dass diese ganze Techno-Sicherheit auch etwas Unangenehmes hat. Ist doch das Rösli ein Ort, an dem er selbst in jungen Jahren… – ähm, also kaputt gemacht hat er nichts! Aber sich filmen lassen hätte er auch nicht wollen…

Irgendwie wird es immer schwieriger, unterzutauchen. Auch dort, wo dies rein privat gemeint ist, ohne böse Hintergedanken. Während man früher noch wusste, dass Briefe in den «Ostblock» ohnehin jenseits der Grenze durch Parteigenossen einer Korrekturlesung unterzogen würden, scheinen wir heute die Kontrolle zu verlieren über das, was unseren Gedanken und Taten widerfahren kann. Im Internet lesen die Amerikaner dank «Prism», die Engländer qua «Tempora» mit. Wir dürfen davon ausgehen, dass andere Grossmächte ebenfalls nicht taub und blind sind. Das einzig Gute daran: Der Chretzer weiss endlich, was die Lateiner meinten, wenn sie klagten: «O tempora, o mores!»

Chretzer