Drei Wochen das gleiche Essen

FREIDORF. Bernhard Wälti lebte während seines dreiwöchigen Einsatzes unter einfachsten Bedingungen in einem Gästehaus in Kulob im Süden von Tadschikistan. Er hatte ein Zimmer sowie ein Bett. Das WC war ein Loch im Boden. Zum Duschen gab es nur kaltes Wasser.

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FREIDORF. Bernhard Wälti lebte während seines dreiwöchigen Einsatzes unter einfachsten Bedingungen in einem Gästehaus in Kulob im Süden von Tadschikistan. Er hatte ein Zimmer sowie ein Bett. Das WC war ein Loch im Boden. Zum Duschen gab es nur kaltes Wasser. «Bei Tagestemperaturen von fast 40 Grad war das nicht so schlimm», sagt der 57-Jährige. Mehr zu schaffen machte ihm das einseitige Essen. «Es gab jeden Tag eine Suppe mit Gemüse, Kartoffeln und Fleisch am Knochen.» Dazu frische Melonen, Trauben, Dörrfrüchte, Tee und ganz selten ein Bier. «Alkohol trinkt aus religiösen Gründen offiziell niemand in Tadschikistan», sagt Wälti. Die Trauben würden deshalb auch im Ausland gekeltert.

Von Kulob aus fuhr Wälti jeweils zu den Hausärzten, denen er mit Rat und Tat zur Seite stand. Immer dabei: ein Dolmetscher und ein Chauffeur, der das Dienstauto – ein alter Opel aus Holland mit rund 330 000 Kilometern auf dem Tacho – steuerte. Meist führte der Weg über Schotterpisten, vorbei an riesigen Baumwollplantagen und Maulbeerbäumen, die viele Strassen säumen. Verkehrsprobleme gebe es keine, sagt Wälti. «Das häufigste Transportmittel auf dem Land sind Esel.» Allgegenwärtig sei Staatspräsident Emomalii Rahmon, der das Land mit seinen rund 8 Millionen Einwohnern seit 1997 regiert. «Überall gibt es Bilder von ihm mit einer Botschaft ans Volk», sagt Wälti. An der Grenze zu Afghanistan beispielsweise stehe unter dem Foto des umstrittenen Präsidenten: «Dank dieses Wachpostens ist unser Land sicher.» Wälti musste lachen, als er das las. Die Tadschiken würden sich aus Furcht vor den Folgen so etwas nicht erlauben. Er habe sie abgesehen davon aber als offene und anständige Menschen kennengelernt, sagt Wälti. (mso)