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DOZWIL: 45 Zentimeter: Die längste Chili der Welt kommt aus Dozwil

Gemüsezüchter Jürg Wiesli hat schon viele Rekorde gebrochen. Mit einem Eintrag im Guinnessbuch ist er jetzt auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen. Doch der Erfolgsgärtner musste sich lange gedulden.
Markus Schoch
Jürg Wiesli mit den Riesen-Chilis und der Urkunde des Guinnessbuch der Rekorde. (Bild: PD)

Jürg Wiesli mit den Riesen-Chilis und der Urkunde des Guinnessbuch der Rekorde. (Bild: PD)

Jürg Wiesli hat schon fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Jetzt hat er auch den letzten Titel in der Tasche, der ihm noch fehlte. Der Dozwiler ist Weltrekordhalter dank einer 45 Zentimeter langen Chilischote. Die bisherige Bestmarke lag bei 40,1 Zentimetern.
Letzte Woche erhielt Wiesli die offizielle Urkunde, die den Eintrag im Guinnesbuch der Rekorde bestätigt. Voraus gingen langwierige Abklärungen, die rund ein halbes Jahr dauerten. Wiesli holte mit der Riesenschote den Titel an der Schweizermeisterschaft Anfang Oktober des letzten Jahres auf dem Bächihof in Jona. «Ich wusste, dass meine Chili sehr, sehr lange ist.» Ein Kollege meinte, es könnte sogar die längste je gemessene Schote überhaupt sein. Wiesli ging der Sache zu Hause nach und stellte fest, dass der Mann recht hatte.
«Zum Glück hat meine Frau ein Foto der offiziellen Messung durch einen unabhängigen Schiedsrichter gemacht», sagt Wiesli. Denn der Weltrekord wird nur anerkannt, wenn es entsprechende Bilder gibt. Und es müssen zudem mindestens zwei Personen schriftlich bezeugen, dass sie echt sind.

Aktuell hält er 17 Schweizerrekorde

« Das ist der Höhepunkt in meiner Karriere», sagt Wiesli. In seinem Garten in Dozwil züchtet er schon seit vielen Jahren Riesengemüse. «Angefangen hat es mit Kürbissen.» Aktuell hält er 17 Schweizerrekorde. Wiesli hat beispielsweise 2017 den grössten Kürbis auf die Waage gebracht (593,5 Kilogramm), das grösste Rüebli (4,2 Kilogramm), das grösste Kohlrabi (10,8 Kilogramm) oder die grösste Tomate (3,3 Kilogramm), mit der er 2015 sogar den Weltmeister-Titel holte.
Was noch in seinem Palmares fehlte, war ein Weltrekord. «Dass ich ihn ausgerechnet mit einer Chili-Schote holen würde, hätte ich nicht gedacht. Es ist das Sahnehäubchen.»
Mit der Zucht des Prachtsexemplars begann Wiesli vor zwei Jahren. Damals erhielt er an der Europameisterschaft Samen von einem Deutschen, der damals den Titel gewann. Er bekomme heute praktisch von allen erfolgreichen Züchtern Erbmaterial von Riesengewächsen und gebe es von seinen Titelträgern selber auch gerne weiter. «Wir tauschen und sind wie eine grosse Familie.» Er habe allerdings zehn Jahre gebraucht, um in den erlauchten Kreis aufgenommen zu werden. «Und seit zwei Jahren stehen mir alle Türen offen.

«Kann jetzt alles ein bisschen lockerer nehmen»

Sein Erfolgsgeheimnis: Im Frühjahr zeitig beginnen, gut gereiften Kompost verwenden und Tomatendünger der Firma Hauert zugeben. Dieser sorge für ein zwar langsames, aber starkes Wachstum der Wurzeln.» Dazu kämen seine Erfahrung, ein paar Kniffe und viel Arbeit. «Während der Hochsaison kümmere ich mich täglich rund zwei Stunden um meine Pflanzen.» Mit dem Weltkrekord in der Tasche könne er jetzt alles ein bisschen lockerer nehmen, sagt Wiesli. Den Ehrgeiz hat er aber nicht verloren. «Ich möchte in der Schweiz bei den Kartoffeln wieder die Nase vorne haben.»

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