Dorffest mit dem Turnverein

Der Horner Turnverein blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Trotz Unterbrüchen während der Weltkriege fanden sich die Turner immer wieder zusammen. Heute feiern sie das 125-Jahr-Jubiläumsfest.

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HORN. Im Turnen und im Unihockey sind die Mitglieder des Turnvereins Horn nicht mehr so erfolgreich wie in den Anfangsjahren. Dafür pflegen sie den «Zäme-Hock(ey)» umso mehr. «Wir geniessen die typischen Vorteile eines Dorfvereins; den Zusammenhalt, das Miteinander», sagt Präsident Heinz Göldi. Werte, die sie heute mit der Bevölkerung teilen möchten.

Mitgliederzahl steigt wieder

Auf dem Zollplatz am See veranstaltet der Verein ab 18 Uhr das Jubiläumsfest. «Wir freuen uns darauf, mit den Hornern an einen Tisch zu sitzen und alte Geschichten aufleben zu lassen.» Dass gefeiert werden kann, stand vor nicht allzu langer Zeit auf der Kippe. «Wir haben uns vor einigen Jahren überlegt, wegen der geringen Mitgliederzahl den Verein aufzulösen», sagt Göldi. Die wenigen verbliebenen Turner entschieden sich dagegen. Jetzt gibt es wieder mehr Mitglieder; derzeit sind es 26 Aktive.

Der Turnverein Horn wurde 1890 im damaligen Restaurant Sternen gegründet. Zwei Faktoren begünstigten die Entstehung. Erstens der Bau des Schulhauses mit Turnkeller. Zweitens die Anstellung von Lehrer Wilhelm Wellauer, der auch erster Oberturner war.

Unihockey statt Turnen

Über hundert Jahre lang war der Turnverein dann turnerisch tätig und konnte zum Teil beachtliche turnerische Erfolge feiern. Davon zeugen heute noch die Lorbeer- und Olivenzweige im Turnkasten in der Turnhalle. Der Verein erlebte nebst den Erfolgen zwei Weltkriege. Als 1914 der Erste ausbrach, turnten die Mitglieder, so gut es ging, weiter. Nach Kriegsende normalisierte sich der Turnbetrieb wieder, bis 1939 die wehrfähigen Turner in den Aktivdienst einberufen wurden. 1987 wurde erstmals eine Frau als Aktivmitglied in den Turnverein aufgenommen. 1991 nahmen die Horner zum letztenmal an einem Eidgenössischen Turnfest teil. 2013 trat der Verein aus dem Schweizerischen und Kantonalen Turnverband aus. In den letzten 25 Jahren trat im TV das Unihockey-Spiel immer mehr in den Vordergrund. «Auch unser Verein hat mit den Zeichen der Zeit zu kämpfen. Immer weniger Leute wollen sich in ihrer Freizeit verbindlich engagieren», sagt Göldi. (pd/ren)