Doli und ihre Töchter tragen A

Gleich zwei Zuchtfamilien aus dem Kreis der Baunviehzüchter aus Amriswil und Umgebung wurden begutachtet. Beide Familien haben gute Werte erhalten. Die Züchter sind stolz auf das aussergewöhnliche Ereignis.

Rita Kohn
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Stammmutterkuh Carmen wird vom Preisrichter Martin Preisig beurteilt, während die Braunviehzüchter das Geschehen beobachten. (Bild: Donato Caspari)

Stammmutterkuh Carmen wird vom Preisrichter Martin Preisig beurteilt, während die Braunviehzüchter das Geschehen beobachten. (Bild: Donato Caspari)

HAGENWIL. Felix Würth ist jung. Und er züchtet auch Braunvieh. Im Stall des Hagenwiler Landwirts stehen aber zur Hälfte «Holsteiner» – eine andere Rasse. «Umso erfreuter bin ich, dass ich mit meiner Zuchtfamilie eine so positive Beurteilung bekommen habe», sagt er. Stammkuh Doli und ihre Nachkommen Dalida, Dolida, Dalinga und Dixi haben den Preisrichter Martin Preisig vom Braunviehzuchtverband Zug überzeugt. 82 Punkte hat er der Familie gegeben: Ab 75 Punkten bekommt eine Zuchtfamilie die höchste Auszeichnung A.

Die Rede ist von wunderschönem Exterieur, von guten inneren Werten und einem ausgezeichneten Gesamteindruck. Für die Züchter, die zur Schau auf den Hof von Felix Würth gekommen sind, ist die Vorführung der Tiere Gelegenheit zu fachsimpeln und die Qualität der gezeigten Familie in Augenschein zu nehmen. «Diese Zuchtfamilienschauen auf den Höfen sind eine gute Gelegenheit, sich mal wieder zu treffen und auch das Gesellschaftliche zu pflegen», sagt Romeo Wildhaber, Präsident der Braunviehzuchtgenossenschaft Amriswil.

Eine Anerkennung

Einen konkreten Nutzen hat Felix Würth von der neuen Auszeichnung nicht. Die Urkunde und der Eintrag ins Stammbuch sind zwar sichtbare Zeichen für seinen Zuchterfolg, doch finanzielle Auswirkungen hat die Auszeichnung nicht. «Ich weiss nun aber, dass ich es bei der Zucht richtig gemacht habe», sagt Felix Würth erfreut.

Ob er wirklich eine Zuchtfamilie vorstellen kann, wusste der junge Hagenwiler Landwirt lange nicht: Eine der Töchter wollte lange nicht aufnehmen. «Jetzt wird es wohl wieder 10 bis 15 Jahre dauern, bis ich die Chance habe, eine Zuchtfamilie begutachten zu lassen.»

«Töchter sind Milchbomben»

Die Amriswiler Braunviehzüchter haben bei der Viehschau am Freitag gleich zweifach Grund zur Freude. Denn aus ihren Kreisen kann ein weiterer Landwirt seine Familie vorstellen: Guido Brändle aus Hagenwil zeigt Stammkuh Carmen mit ihren Töchtern Celin, Coco, Chanel und Christa, sowie dem im Januar geborenen Stierkalb Cyrrill.

Auch für diese Familie findet der Preisrichter viele lobende Worte. Besonders die weit über dem Durchschnitt liegende Milchleistung bringt Martin Preisig ins Schwärmen. «Es ist sehr wertvoll, wenn man solche Kühe im Stall hat», sagt der Preisrichter und fügt hinzu: «Die Töchter sind Milchbomben.» Die Zuchtfamilie hebt mit ihrer Milchleistung den Stalldurchschnitt bei Guido Brändle an.

Beim genaueren Hinsehen findet der Fachmann Preisig aber den einen oder anderen kleinen Makel. So kommt diese Zuchtfamilie schliesslich auf eine Gesamtpunktzahl von 63, was für eine B-Familie ausreicht. Carmen und ihre Nachkommen nehmen das Urteil gelassen und stehen ungerührt schön aufgereiht an der Haltestange.