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Dissonanzen

Die MG Brass Band Hauptwil hat die Zusammenarbeit mit der Jugendmusikschule Arbon-Horn beschlossen. Dieser Entscheid wirft Fragen auf, unterstützt die Gemeinde doch die Musikschule in Bischofszell.
Georg Stelzner
Im Probelokal an der Oberdorfstrasse: Valentin Hättenschwiler, Präsident der Musikgesellschaft Brass Band Hauptwil, und Thomas Gmünder, Leiter der Jugendmusikschule Arbon-Horn. (Bild: Georg Stelzner)

Im Probelokal an der Oberdorfstrasse: Valentin Hättenschwiler, Präsident der Musikgesellschaft Brass Band Hauptwil, und Thomas Gmünder, Leiter der Jugendmusikschule Arbon-Horn. (Bild: Georg Stelzner)

Georg Stelzner

georg.stelzner

@xy.ch

«Gegen Bischofszell spricht nichts, aber das Konzept der Jugendmusikschule Arbon-Horn hat uns einfach überzeugt», erklärt Valentin Hättenschwiler, Präsident der Musikgesellschaft Brass Band. Man habe im Hinblick auf die Schulung des Nachwuchses einen Partner gesucht, weil es in den eigenen Reihen keine ausgebildeten Musiklehrer gebe. Ein wichtiges Kri- terium sei auch gewesen, dass die Ausbildung vor Ort, also in Hauptwil, stattfinden kann. Eine eigene Jugendmusikschule auf die Beine zu stellen, sei in einer kleinen Gemeinde nicht möglich, gibt der Präsident zu bedenken.

Die professionelle Ausbildung soll laut Hättenschwiler auch dazu beitragen, das Renommee der Brass Band Hauptwil aufzupolieren. «Wir knüpfen an die Kooperation mit Arbon-Horn die Hoffnung, wieder mehr Nachwuchs für unseren Verein rekrutieren zu können. Die Jungen sollen Freude an der Musik haben.»

Mit gemischten Gefühlen hat Gemeindepräsident Matthias Gehring die Entwicklung verfolgt. Der Grund ist klar: Die Politische Gemeinde Hauptwil-Gottshaus leistet seit 2017 einen Beitrag von 5000 Franken pro Jahr an die Jugendmusikschule Bischofszell. «Ich fand es im ersten Moment schade, dass keine Zusammenarbeit mit Bischofszell zustande gekommen ist», räumt Gehring ein. «Inzwischen kann ich die Beweggründe für den Entscheid aber verstehen», sagt Gehring. Er habe den Verantwortlichen der Brass Band ans Herz gelegt, den Dialog mit der Jugendmusikschule Bischofszell trotz allem aufzunehmen und alternative Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu prüfen.

In Bischofszell fühlt man sich übergangen

Auf der anderen Seite des Bischofsbergs hat man den Schritt der Brass Band Hauptwil nicht erwartet, wie Verena Weber, Leiterin der Jugendmusikschule Bischofszell, gesteht: «Ja, dieser Entscheid kam überraschend für uns. Wir sind im Vorfeld nicht kontaktiert worden, sondern erst nach dem Vertragsabschluss.» Das sei sehr schade, hätte es doch viele Möglichkeiten für eine Kooperation gegeben. Gerade im Bereich der Blasmusik pflege man seit Jahren eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Jugendmusik Aach-Thur-Land. «Und obwohl uns in Bischofszell das Haus der Musik zur Verfügung steht, bieten wir die Ausbildung auch in Hauptwil an, damit die Schüler an ihrem Wohnort den Unterricht besuchen können.»

Erfreut über den Beschluss des Hauptwiler Vereins ist naturgemäss Thomas Gmünder, der Leiter der kantonal ausgerichteten Jugendmusikschule Arbon-Horn (JMSAH). Für diese sind an nunmehr acht Standorten derzeit 25 Lehrpersonen tätig. Sie unterrichten 150 Schüler. An der Attraktivität des eigenen Angebots, insbesondere für Musikvereine, zweifelt Gmünder nicht. Er begründet das so: «Gemäss Leitbild gehört es zu unseren Hauptaufgaben, Nachwuchs für Vereine zu generieren. Es muss ein Ziel sein, dass die Jungen nach der Ausbildung in einen Verein eintreten.» Zudem gebe es in der JMSAH ein Mitspracherecht bei der strate- gischen Ausrichtung. Ein besonderes Anliegen ist Gmünder die Förderung der Blasmusik. «Wir wollen Brass Bands wieder sexy machen», sagt der Schulleiter.

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