Dirigent will nach 36 Jahren nicht mehr dirigieren

Trotz Fasnacht und Olympischer Spiele: Am Unterhaltungsabend des Männerchors Schmidshof in der Turnhalle in Zezikon gab es keinen freien Platz mehr. Zweihundert Besucherinnen und Besucher wollten eines der letzten Konzerte von Albert Meier sehen und hören.

Rudolf Steiner
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Albert Meier dirigiert den Männerchor Schmidshof in der Turnhalle in Zezikon. (Bild: Rudolf Steiner)

Albert Meier dirigiert den Männerchor Schmidshof in der Turnhalle in Zezikon. (Bild: Rudolf Steiner)

ZEZIKON. Seit dreizehn Jahren dirigiert der 70jährige Albert Meier aus Wiezikon den Männerchor Schmidshof. Am Samstagabend stand er zum drittletztenmal vor seinen 26 Männern, denn nach der Aufführung am nächsten Samstag legt er den Dirigentenstab endgültig auf die Seite. «Etwas Wehmut ist schon dabei, aber nach 36 Jahren und einem halben Dutzend Gesangsvereinen bin ich auch froh, jetzt mehr Zeit für mich, meine Familie und meine zwei Grosskinder zu haben», sagte der pensionierte Unternehmer, der vor 35 Jahren aus dem Aargau in die Ostschweiz gezogen ist.

Kleines, aber feines Programm

Für diesen Unterhaltungsabend hat sich Dirigent Albert Meier mit sieben Liedern ein kleines, aber feines Programm ausgesucht. «Die Lieder für das Programm habe ich immer selbst ausgewählt.» Einige Lieder hatte er jeweils schon seit längerer Zeit auf der Wunschliste, bis sie endlich ins Programm passten. Dieses Jahr entschied sich Meier für das Motto «Nun lasst uns singen». Das war zugleich der Titel des ersten Liedes, das die Sänger allerdings in der englischen Version vortrugen. Erwähnenswert ist, dass mit Eugen Hänggi ein ehemaliger Dirigent des Männerchors Schmidshof das Lied auf die vierstimmige Version für Männerchöre umschrieb. Beschwingt ging es dann im zweiten Block mit dem Lied «Nach der Heimat kam ich wieder» weiter.

Hugo Schmidhauser zu Ehren

Dieses Lied nach der Melodie von «Die alten Strassen noch» war zugleich der Wunsch von Sängerkamerad Hugo Schmidhauser. Der 70jährige ehemalige Landwirt und Chauffeur hatte sich dieses Lied zu seinem Jubiläum 50 Jahre Mitgliedschaft im Männerchor Schmidshof gewünscht. Traditionell führte dann die vereinseigene Theatergruppe mit weiblicher Verstärkung das nicht mehr wegzudenkende Theaterspektakel auf. Der zweiteilige Schwank «En Filmriss» sorgte mit den unzähligen skurrilen Szenen und verrückten Aktionen für fast zwei Stunden Gelächter. Nicht viel zu lachen gab dann allerdings die mehr als klägliche Verabschiedung des langjährigen Dirigenten durch Vereinspräsident Thomas Diener, der ihm «en passant» eine kleine Packung Lindor-Schöggeli zuhielt.

Immerhin ist mit Andrea Gerl aus Schönholzerswilen bereits eine Nachfolgerin für den abtretenden langjährigen Dirigenten in den Startlöchern.

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