Diesmal soll es keinen Lärm geben

Nächste Woche findet in Romanshorn zum zweiten Mal das Elektro-Festival «Takt am See» statt. Die Premiere ging mit viel Getöse über die Bühne. Die Stadt hat darum die Auflagen verschärft.

Markus Schoch
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ROMANSHORN. Der Anlass kam aus dem Nichts und traf viele Romanshorner wie ein Faustschlag in die Magengrube. Von einer Sekunde auf die andere war im letzten September fast die halbe Stadt akustisch Teil des «Takt am See»-Festivals auf der kleinen Bunkerwiese bei der Hafenausfahrt. Vorverkauf und Werbung liefen über soziale Netzwerke.

Entsprechend gross war der Ärger der unfreiwilligen Zuhörer. In Leserbriefen war anschliessend vom «Krach am See» und «unsäglichem Bum-Bum-Getöse während 18 Stunden» die Rede. Die Verantwortlichen im Gemeindehaus mussten sich öffentlich schwere Vorwürfe gefallen lassen. Es sei ihr schleierhaft, wie man eine solche Grünfläche für ein ganzes Wochenende an eine private Organisation «für eine Sauglattismus-Party» vermieten könne, fragte sich eine Frau.

Nur noch einen Tag

Es waren auch direkt diverse Reklamationen bei der Stadt eingegangen.

Sie hat den Veranstaltern nach längeren Diskussionen nun aber trotzdem wieder eine Bewilligung für den Anlass erteilt, aber nur noch für einen Tag, und nicht mehr für zwei Tage wie im Vorjahr. Das Festival soll am Samstag, 22. August, stattfinden – oder bei schlechtem Wetter zwei Wochen später.

Auch die Auflagen sind deutlich strenger geworden. Organisator Bruno dos Anjos von der Next stop Productions GmbH kann nicht mehr bis in alle Nacht hinein Party machen. Die Stadt zieht dem Festival bereits nach acht Stunden um 22 Uhr den Stecker. Im letzten Jahr musste dos Anjos die Besucher am Sonntag erst um 4 Uhr morgens nach Hause schicken.

Auch der Standort ist neu: Festivalgelände ist in diesem Jahr die Festwiese, wo gemäss Bewilligung der Stadt maximal 2000 Besucher eingelassen werden dürfen. Bühne und Boxen müssen so aufgestellt werden, dass sich die Lärmbelastung im Hafenquartier in Grenzen hält. «Wir möchten in unserer Hafenstadt möglichst vielen Altersgruppen etwas bieten, gleichzeitig aber auch Ruhesuchenden gerecht werden», begründet Stadtschreiberin Bettina Beck die Einschränkungen.

Anstösser informieren

Damit es für Anstösser nicht wieder eine böse Überraschung gibt, müssen die Veranstalter diesmal die Nachbarn und Bootsbesitzer im voraus über den Anlass informieren. Wie sie das machen, sei ihnen überlassen, sagt Stadtschreiberin Beck.

Grundsätzlich begrüsst die Stadt den Anlass als belebendes Element im Romanshorner Kultursommer. Sie freue sich, «dass das Festival auch in diesem Jahr in Romanshorn haltmache», heisst es in einer Mitteilung.

Freude hält sich in Grenzen

Veranstalter Bruno dos Anjos war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Freude an den zusätzlichen Auflagen habe sich bei ihm aber in Grenzen gehalten, heisst es bei der Stadt. Dass er das Festival trotzdem wieder durchführe, spreche für den Standort.