Die Zukunft ist vernetzt

Regierungsrat Walter Schönholzer erklärte bei der Regio Kreuzlingen, weshalb die Region als «gemeinsamer Nenner» immer wichtiger wird.

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«Wagen wir den Sprung!», ermunterte der Thurgauer Regierungsrat Walter Schönholzer die Behördenmitglieder und Gemeindeschreiber der 14 Gemeinden der Regio Kreuzlingen. Er meinte damit den Sprung in eine vernetzte Zukunft. Angesichts der wachsenden Komplexität der Aufgaben, welche die Gemeinden heute zu bewältigen hätten, sei es wichtiger denn je, ein regionales Denken und Selbstverständnis zu entwickeln. Schönholzer – früher Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg – betonte, dass die Region der «gemeinsame Nenner» sei, um die zukünftigen Herausforderungen in Angriff zu nehmen.

Die Regionalplanungsgruppe Kreuzlingen hatte den Abend der interkommunalen Zusammenarbeit zum ersten Mal organisiert. «Einfach gesagt stellen sich zunehmend auch Gemeinden die Fragen: Was muss selber gemacht werden? Und was kann man effizienter zusammen lösen?», sagte Regio-Präsident René Walther. Gerade in der gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit liege die Chance zur nachhaltigen Sicherung der Autonomie. Ein Projektbeispiel sei das regionale Siedlungskonzept der Regio Kreuzlingen.

Die Regio hatte auch Curdin Derungs eingeladen. Der Experte für Verwaltungsmanagement von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur zeigte anhand von Zahlen aus dem Kanton Graubünden auf, dass sich durch regionale Zusammenarbeitsformen aufgrund von Grössenvorteilen sowohl die Effizienz als auch die Qualität der Angebote steigern lassen. Die interkommunale Zusammenarbeit bringe einen hohen Nutzen, müsse aber aktiv gestaltet und von der politischen Führung gesteuert werden. Die dritte Referentin, Anne Rombach-Jung, berichtete aus dem Alltag als Geschäftsstellenleiterin der Regio Wil.

Man muss gemeinsame Herausforderungen lösen

Moderatorin Martina Eggenberger Lenz forderte in der Podiumsdiskussion die Referenten auf, ihre Impulse zu konkretisieren. Dabei machte Schönholzer klar: «Es geht nicht um Planung allein. Eigentlich ist die Bezeichnung Regionalplanungsgruppe falsch. Es geht vielmehr darum, gemeinsame Herausforderungen zu lösen.» Die Regio Wil machte laut Rombach die Erfahrung, dass gute Kommunikation gegenüber allen Zielgruppen wichtig sei, um sich als Region zu positionieren und den Nutzen der Zusammenarbeit aufzuzeigen. Derungs machte Mut, Standortkonzepte zu entwickeln und in der Umsetzung einen langen Atem zu behalten. Das von der Regio Wil angestrebte Flächenmanagement für Ansiedlungen von Unternehmen bezeichnete er als ehrgeizig, wenngleich Rombach dabei die Ziele noch nicht erreicht hat und bekräftigte: «Wir geben nicht auf.» Die Diskussion nutzten die Gemeindevertreter, um die interkommunale Zusammenarbeit praktisch voranzutreiben. (red.)