Die Zahlen bleiben rot

Kommentar

Martina Eggenberger Lenz
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In der Gemeinderatssitzung vom 11. Mai geht es einmal mehr um die Zukunft der Bodensee-Arena. Fernsehen versus Eishockey, das ist hier die Frage. Dabei kann man es drehen und wenden, wie man will: Es wird Unzufriedene geben. Obsiegt die bequeme SRF-Variante, die betriebswirtschaftlich noch am meisten verspricht, nölen die Eissportler, und die schlittschuhfreudige Öffentlichkeit kann die Kufen gleich im Schrank versorgen. Sagt die Stadt dem Fernsehen Adieu, generiert dies ein grösseres Defizit, und die TV-Zuschauer würden nicht mehr nach Kreuzlingen reisen. Bleibt also der Kompromiss mit der Traglufthalle für den Eissport. Dieser wäre nicht nur ein teures Trostpflaster für die erhitzten Gemüter, sondern auch eine optisch und energetisch fragwürdige Alternative.

Das Schweizer Fernsehen war in den letzten Jahren ein treuer Mieter. Für die Vereine geht es jetzt aber um die Existenz. Man kann ihnen nicht noch mehr Eisfläche wegnehmen, ohne das es richtig weh tut. Finanziell lohnt sich die Dauermiete des SRF leider auch nicht wirklich. Das Defizit der Arena kann zwar reduziert, aber keinesfalls behoben werden. Was der Sender zahlt, wird nicht kommuniziert. Die Stadt müsste nach wie vor einen Betriebsbeitrag von 400000 Franken leisten, und es stehen Investitionen in Millionenhöhe auf dem Plan. Das ist nicht nachvollziehbar und ärgerlich.

Die Bodensee-Arena ist als Eissportzentrum konzipiert. Für eine Fernsehhalle hätte es auf Klein-Venedig wohl nie eine Baubewilligung gegeben. Dass der Betrieb einer Eishalle kostet, das weiss der Steuerzahler. Er will aber Bemühungen sehen, das Minus gering zu halten. Das Schweizer Fernsehen kann in dieser Sache nicht der alleinige Lösungsansatz sein.

Martina Eggenberger Lenz

martina.eggenberger@ thurgauerzeitung.ch