Die tiefen Stimmen fehlen noch

Unter der Leitung von Alexander Scherbakov in einem Orchester zu spielen, ist eine besondere Erfahrung. Das Projektorchester Scherbakovs sucht noch weitere junge Instrumentalisten.

Claudia Gerrits
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Alexander Scherbakov übt mit dem jungen Projektorchester jeden Samstag in der Bitzihalle. (Bild: Claudia Gerrits)

Alexander Scherbakov übt mit dem jungen Projektorchester jeden Samstag in der Bitzihalle. (Bild: Claudia Gerrits)

BISCHOFSZELL. «Schaut nicht nur aufs Notenblatt! Spielt nicht nur für Euch, sonst spürt das Publikum nichts!», mahnt Alexander Scherbakov. Zwölf Kinder und Jugendliche sitzen auf der Bitzibühne mit Geigen, Querflöten, einer Oboe, einer Klarinette, einem Cello und am Flügel im Halbrund vor Scherbakov.

Es ist die erste Probe für ein Kinder- und Jugend-Projektorchester, das der russische Musiker zusammenstellen möchte. Das Orchester wird unter der Leitung Scherbakovs am Freitag, 23. Oktober, 19.

30 Uhr, auftreten. Dann, wenn der bekannte Violinist und Dirigent und seine Frau, die Pianistin Madalina Slav, in der Bischofszeller Bitzihalle ihr erstes Konzert im Kanton Thurgau geben. Das international auftretende Musikerehepaar wohnt seit Anfang Mai dieses Jahres in Bischofszell. Den Erlös des Konzerts wollen die beiden Künstler der Musikschule Bischofszell schenken.

Intensiv und konzentriert wird in diesen zwei Stunden in der Bitzihalle geprobt. Alexander Scherbakov stellt hohe Ansprüche und fordert die jungen Musikerinnen und Musiker sichtlich. «Jede Note ist wichtig, so wie jedes einzelne von euch wichtig ist», macht der russische Dirigent deutlich.

Anfänglich klingt «Land of Hope», eine Komposition von Edward Elgar, noch etwas kläglich.

Auch «Promenade» aus «Bilder einer Ausstellung» von Modest Petrowitsch Mussorgsky kommt zunächst etwas bleiern daher. Doch mit fortschreitender Dauer der Probe tönt es immer besser. «Ich erwarte, dass Ihr die Stücke bis zum nächsten Mal auswendig spielen könnt – auch wenn Ihr die Noten immer vor Euch haben werdet», verlangt Alexander Scherbakov am Ende der Probe.

Auf dem Probenplan für die nächsten Samstage stehen noch weitere Werke, unter anderem von Sergej Rachmaninow und Gaetano Pugnani. Für den Konzertauftritt wird daraus ein Stück ausgewählt. «Wir hoffen, dass sich noch mehr Kinder und Jugendliche für das Projektorchester melden werden», sagt Scherbakov. Es fehlten vor allem noch die tiefen Stimmen wie Celli und Bässe, macht der Dirigent klar.

Begeistert vom Projekt ist auch Verena Weber, die Leiterin der Musikschule Bischofszell. «So etwas gibt doch den musizierenden Kindern und Jugendlichen wieder einen Impuls.» Das Projektorchester probt bis 23. Oktober jeden Samstag von 10 bis 12 Uhr statt. Anmeldungen für weitere interessierte Kinder und Jugendliche unter Telefon 071 420 94 50 oder per E-Mail (jmsb@gmx.ch. )