Die Strasse ist auf Kurs

ARBON. Die Baustelle der Neuen Linienführung Kantonsstrasse gehört in Arbon mittlerweile schon zum Stadtbild. Am Dienstag informierte Projektleiter Robert Heim über die Arbeiten am 58-Millionen-Projekt.

Rudolf Steiner
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Blick von der Rebenstrasse Richtung Stahelplatz. (Bild: Steiner Rudolf)

Blick von der Rebenstrasse Richtung Stahelplatz. (Bild: Steiner Rudolf)

Die Baustelle der Neuen Linienführung Kantonsstrasse (NLK) in Arbon ist ein Publikumsmagnet. Täglich kommen zahlreiche Passanten daran vorbei, bleiben kurz stehen und verfolgen die Bauarbeiten. Auch die öffentliche Baustellenbesichtigung stiess bei der Bevölkerung auf grosses Interesse. Rund 60 Personen folgten der Einladung und liessen sich am Dienstagabend über den aktuellen Stand des 58-Millionen-Baus informieren.

Notbrücke aus Holz und Beton

Gleich neben dem Treffpunkt an der Rebenstrasse ragen die letzten Betonreste von Fahrbahnplatte und Stützpfeilern der abgebrochenen Rebenbrücke über das Bahntrassee aus dem Boden. Von der Strassenbrücke, die über die Bahnlinie beim Stahelplatz führte, ist ausser ein paar Betonblöcken nichts mehr zu sehen. Dafür steht nun gleich daneben eine Notbrücke aus Holz und Beton, die den Verkehr aufnimmt.

Zwischen der Notbrücke und dem verschobenen Breitehof ist bereits die Unterführung zur Bahnlinie erstellt. Nach der Eröffnung verschwindet hier der Durchgangsverkehr in die Tiefe Richtung Rosengarten. Zwischen Bahnlinie und Friedenstrasse wird die neue Strasse 230 Meter entlang der Bahnböschung verlaufen und überdeckt. «Dank dieser Überdeckung sind die Anwohner optimal vor dem Verkehrslärm geschützt», erklärt Projektleiter Robert Heim vom Kantonalen Tiefbauamt.

Bauarbeiten rund um die Uhr

Gegenwärtig arbeiten auf der Baustelle zwölf Unternehmen mit rund 45 Arbeitern fast rund um die Uhr. Von morgens um sechs bis abends um zehn Uhr wird an der acht Meter breiten Baupiste, der Stützmauer und der Verankerung im Moränenhügel gearbeitet. Von Mitternacht bis morgens um fünf Uhr kommt während der fünfstündigen Zugspause auf der Bahnstrecke die Abbruchequipe zum Einsatz. «Für diese Arbeiten muss die SBB-Fahrleitung ausgeschaltet werden und das ist nur in der Nacht möglich», erklärt Heim. Aber auch der Baugrund im Moränenhügel und angrenzenden Schwemmland stellt grosse Herausforderungen an die beteiligten Unternehmen. So liegen die beiden Unterführungen beim Stahelplatz und beim Anschluss an die Seestrasse in Steinach bis zu vier Meter im Grundwasser. Die Stützmauer zwischen Friedenstrasse und Bahntrassee wird mit mehreren hundert Mikropfählen in der darunterliegenden Moräne verankert. «Wir müssen hundertprozentig sicherstellen, dass sich bei den Wohnblöcken an der Friedenstrasse keine Senkungen ereignen», so Projektleiter Heim. Weil es sich um eine sogenannte Linienbaustelle handelt, sind die beteiligten Unternehmen an verschiedenen Orten gleichzeitig im Einsatz.

Die gesamte Länge der Baustelle beträgt rund 2,4 Kilometer, davon sind 2,1 Kilometer auf Thurgauer und 300 Meter auf St. Galler Boden. Aufgrund des grossen Interesses wird im August die nächste Informationsveranstaltung zur NLK stattfinden.

Unterführung und Notbrücke beim Stahelplatz. (Bild: Steiner Rudolf)

Unterführung und Notbrücke beim Stahelplatz. (Bild: Steiner Rudolf)

Grossandrang bei der Baustellenbesichtigung. (Bilder: Rudolf Steiner)

Grossandrang bei der Baustellenbesichtigung. (Bilder: Rudolf Steiner)

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