Die Stadt spricht Deutsch

ROMANSHORN. Seit 14 Jahren bietet die Sekundarschulgemeinde in Romanshorn Deutschkurse für fremdsprachige Erwachsene an. Das Angebot ist ein Erfolgsmodell mit aktuell 200 Teilnehmern. Im Februar übernimmt die Stadt die Führung.

Markus Schoch
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Informierten über den Wechsel: Schulsekretär Benny Studer, Stadtrat Urs Oberholzer, DaZ-Leiterin Susanne Müller-Ballmoos und ihre Nachfolgerin Susi Sonderegger, Sibylle Hug, Leiterin der Integrationsfachstelle, und Sek-Präsident Walo Bohl. (Bild: Nana do Carmo)

Informierten über den Wechsel: Schulsekretär Benny Studer, Stadtrat Urs Oberholzer, DaZ-Leiterin Susanne Müller-Ballmoos und ihre Nachfolgerin Susi Sonderegger, Sibylle Hug, Leiterin der Integrationsfachstelle, und Sek-Präsident Walo Bohl. (Bild: Nana do Carmo)

Vieles bleibt gleich, doch die Gesichter wechseln. Susanne Müller-Ballmoos gibt die Leitung der Kurse mit dem etwas komplizierten Namen «Deutsch als Zweitsprache für fremdsprachige Erwachsene» ab. Die Frau der ersten Stunde zieht sich ebenso zurück wie Sek-Sekretär Benny Studer, der im Hintergrund all die Jahre organisatorisch die Fäden gezogen hat und im nächsten Jahr pensioniert wird.

Die fachliche Leitung des Angebots übernimmt im Februar Susi Sonderegger, die dem elfköpfigen Team von Müller-Ballmoos seit sieben Jahren angehört. Damit sei Gewähr für Konstanz, sagte die 47jährige Primarlehrerin aus Hefenhofen diese Woche vor den Medien. Sie wird mit einem 10-Prozent-Pensum beim Sozialdienst der Stadt Romanshorn angestellt und ist der Integrationsfachstelle angegliedert, die Sibylle Hug leitet. Sie hat in den letzten Wochen die neuen Strukturen gelegt.

Kursort bleiben die Räumlichkeiten der Sekundarschule Romanshorn-Salmsach.

Ein Meilenstein

Der Wechsel in der Trägerschaft ist nach Darstellung von Stadtrat Urs Oberholzer «ein Meilenstein». Es sei wichtig, dass das Angebot weitergeführt werde. «Vertiefte Sprachkenntnisse sind entscheidend für eine erfolgreiche Integration von Migrantinnen und Migranten.»

Deutsch zu lernen, sei aber nicht einfach, sagte Hug. «Es ist wie eine anspruchsvolle Bergtour. Der Aufstieg ist lang und beschwerlich.» Um sich gut verständigen zu können, «braucht eine schnell lernende Person rund 720 Lektionen».

Die Rechnung der Stadt Romanshorn soll durch die neue Lösung nicht belastet werden. Bund und Kanton zahlen einen grossen Teil an die Kosten von rund 258 000 Franken, den Rest decken die Kursteilnehmer über Beiträge ab.

Ein super Projekt

Die sogenannten DaZ-Kurse seien ein Erfolgsmodell, sagte Sek-Präsident Walo Bohl. «Sie sind ein super Projekt mit grosser Ausstrahlung, nicht zuletzt dank des grossen Einsatzes von Susanne Müller und Benny Studer.» Aktuell werde das Angebot von rund 200 Personen genutzt. Das Einzugsgebiet reicht bis nach Weinfelden und Kreuzlingen, und auch im Kanton St. Gallen stösst es auf Interesse. Die Schulbehörde habe ihnen immer viel Freiraum gelassen, dankte DaZ-Leiterin Müller den Verantwortlichen. «Wir konnten uns so gut entfalten.»