Die Stadt löst Reserven auf

Für das kommende Jahr rechnet Amriswil mit einem Rückschlag von über 858 000 Franken. Eine Erhöhung des Steuerfusses wird aber erst auf übernächstes Jahr in Betracht gezogen.

Rita Kohn
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AMRISWIL. Die Zeiten, in denen die Rechnung der Stadt anstelle des budgetierten Rückschlags einen Vorschlag ausweise, sind vorbei. Das sagt Finanzchef Thomas Grimm an der Medien- und Parteieninformation der Stadt am Mittwochabend. Zwar wird die Rechnung des laufenden Jahres besser ausfallen als budgetiert, doch dürften rote Zahlen unumgänglich sein. Entsprechend düster sieht denn auch die Prognose für das kommende Jahr aus. «Wir rechnen mit einem Rückschlag von 858 000 Franken», sagt Grimm.

Der vorgesehene Aufwandüberschuss wird vom Stadtrat und vom Finanzchef als «moderat» bezeichnet. Das, weil das Minus noch wesentlich höher ausfallen würde, hätte sich der Stadtrat nicht entschlossen, Reserven aufzulösen. Laut Botschaft zur Gemeindeversammlung werden die Rückstellungen für die Finanzierung der unbezahlten Krankenkassenprämien sowie für die Fürsorgeunterstützungen aufgelöst. Dabei handelt es sich um immerhin rund 450 000 Franken, die den Druck auf den Voranschlag 2015 mildern. Möglich ist dadurch auch, dass der Steuerfuss bei 63 Prozent belassen bleibt. «Für die späteren Jahre wird eine Steuerfusserhöhung aber zum Thema», steht in der Botschaft.

Spardruck auf Verwaltung

Normalerweise verzichte der Stadtrat darauf, nochmals ins Budget einzugreifen, sobald es vorliege. Diesmal jedoch machte der Rat konkrete Sparvorschläge. Das heisst vor allem für die Verwaltung, dass der Gürtel noch enger geschnallt werden muss. Es seien keine grossen Posten gewesen, die rausgestrichen wurden, doch seien die Einsparungen für die Betroffenen durchaus spürbar.

Viele Kosten könnten gar nicht beeinflusst werden, bedauert Thomas Grimm. Besonders zu Buche schlagen die Kosten für die soziale Wohlfahrt, die nach wie vor steigende Tendenz aufweisen. Dabei haben die sozialen Dienste nicht nur einen Anstieg der zu betreuenden Personen zu verzeichnen, spürbar sind auch die Kosten für die Fremdplazierungen, die von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kesb verfügt werden. Konnte die Stadt früher bei der Plazierung den Kostenfaktor mitberücksichtigen, ist sie heute ohne Mitwirkungsmöglichkeit.

Steuereinnahmen im Lot

Die steigende Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner hat zwar Auswirkungen auf die Steuereinnahmen, doch sind es nicht die natürlichen Personen, die hauptsächlich dazu beitragen, dass in diesem Bereich optimistisch gerechnet werden kann. Nach einem jahrelang minimalen Anteil der juristischen Personen am Gesamtsteueraufkommen ist dieser Satz nun im Steigen begriffen. Allerdings nicht so, dass die massiven Mehraufwendungen in anderen Bereichen kompensiert werden könnten.

Über das Budget wird die Gemeindeversammlung am 4. Dezember im Pentorama abstimmen. Auf der Traktandenliste stehen auch Einbürgerungsgesuche und die Statuten der Regio Energie Amriswil REA.

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