«Die Stadt ist gebaut»

Randnotiz

Manuel Nagel
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«Die Stadt ist gebaut», sagte einst Ursula Koch, Zürcher SP-Stadträtin,über die Limmatstadt. Das war 1988. Damals hatte Amriswil fast 4000 Einwohner weniger als die heutigen 13500. Um ein Drittel ist die heimliche Hauptstadt des Oberthurgaus seither gewachsen. Und diese Neuzuzüger müssen ja auch irgendwo leben.

Mittlerweile findet sich in Amriswil kaum noch unbebautes Land. Das kantonale Raumplanungsgesetz schränkt die Stadt ein. Wachstum nach aussen ist kaum mehr möglich. Bleibt «verdichtetes Bauen». An der Gemeindeversammlung vom 8. Dezember stellte Stadtrat Stefan Mayer Pläne vor, wie das Gebiet südlich des Bahnhofs in Zukunft aussehen könnte.

Nach Bahnunterführung, Bahnhofstrasse, dem neuen Feuerwehrdepot und diversen Kreiseln stehen nun zuerst der Migros-Neubau mit Tiefgarage, die neue Sporthalle und auch Neu- und Umbauprojekte der Schule an, bevor die Skyline der Stadt verändert wird. Doch eins scheint sicher: Amriswil ist noch lange nicht gebaut.

Das passt nicht allen. Viele haben genug von Baustellen und davon, diese zu umfahren. Mit der Sanierung des Mühlebachkreisels steht Amriswil jedoch bereits die nächste Herkulesaufgabe bevor, damit das westliche Tor der Stadt keinen Verkehrsinfarkt erleidet.

Als Alternative böte sich den Baustellen-Geplagten an, ins «gebaute Zürich» zu ziehen. Und wenn dann die BTS einst gebaut sein wird, so wären jene auch schneller wieder im Grünen – hier im schönen Amriswil.

Manuel Nagel