Die SP fühlt sich Arbon verpflichtet

Die SP stellt aktuell mit zehn Mitgliedern die grösste Fraktion im Arboner Stadtparlament. In gleicher Stärke will die Partei auch in den nächsten vier Jahren die Geschicke von Arbon mitbestimmen und sich für eine bessere Kommunikation einsetzen.

Markus Schoch
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Peter Gubser Wahlkampfleiter SP Arbon (Bild: Nana do Carmo)

Peter Gubser Wahlkampfleiter SP Arbon (Bild: Nana do Carmo)

ARBON. Für die SP ist Arbon eine Verpflichtung. Eine Verpflichtung, sich für die Stadt und ihre Einwohner einzusetzen. Und eine Verpflichtung, die Bedürfnisse der Bürger über diejenigen von «auswärtigen Bauunternehmern» zu stellen, sagt Wahlkampfleiter Peter Gubser. Beim Stadtrat sei diese Verpflichtung zuletzt nicht immer zu spüren gewesen. Er habe gerade im Zusammenhang mit Verkehrsprojekten nicht auf die Bevölkerung gehört – und diese umgekehrt auch nicht immer gut über laufende Vorhaben informiert. «Die Kommunikation muss besser werden, und dafür setzen wir uns ein», sagt Gubser.

Finanzen: Knochenarbeit nötig

Einsetzen will sich die SP auch dafür, dass der Finanzhaushalt von Arbon wieder in Ordnung kommt. «Die Aufgabe ist schwierig und verlangt Knochenarbeit», sagt Gubser. Diese zu leisten, sei die SP bereit. Den entscheidenden Beitrag müsse aber der Stadtrat leisten. «Er stellt die Weichen und müsste genauer hinschauen.»

Das Tafelsilber zu verscherbeln, um in die schwarzen Zahlen zu kommen, sei kein gangbarer Weg. Gubser meint damit den Verkauf des Burkhardt-Hauses oder des Schlosses, was beides zur Diskussion steht.

Stattdessen wäre es nach Meinung von Gubser zielführender, beispielsweise die Verwaltung nach Sparmöglichkeiten abzuklopfen. Die Exportindustrie habe unter dem Druck des starken Frankens die Selbstkosten in den letzten Jahren um 20 Prozent reduziert und müsse jetzt nochmals den Gürtel enger schnallen. «Wenn sie das kann, müsste das zumindest teilweise auch die Stadt können», meint Gubser.

Für die Schwachen einstehen

Wehren würde sich die SP, wenn die Finanzen auf dem Buckel der Schwachen saniert werden sollten, beispielsweise in Form einer Grundgebühr für die Abfallentsorgung, stellt der SP-Fraktionschef in Aussicht.

Klar sei aber auch, dass bei den Sozialhilfekosten Handlungsbedarf bestehe. «Es kann nicht sein, dass sie bis drei Mal höher sind als in vergleichbaren Städten», sagt Gubser. «Es müsste einen stärkeren Ausgleich geben. Dies zu erreichen, wird aber ein schwieriges Unterfangen.» Entscheidend sei, die Regierung ins Boot zu holen.

Ziel: Zehn Sitze

Nicht ganz einfach dürfte es für die SP sein, die zehn Sitze im Parlament zu halten. Gubser ist jedoch zuversichtlich, dass es gelingen könnte. Nötig sei jedoch erneut ein sehr engagierter Wahlkampf. Zumal Inge Abegglen, Bernhard Bertelmann und Andreas Grubelnik nicht mehr antreten. «Wir haben eine gute Liste, auf der vor allem auch engagierte und profilierte Frauen sind», sagt Gubser.

Als grösste Fraktion habe die SP in den letzten vier Jahren viel erreicht. Auch dank guter Zusammenarbeit mit wechselnden Partnern. Solche taktischen Schulterschlüsse seien nötig. «Alleine geht es nicht.»

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