Die Sonne scheint für alle

Räbeblatt

De Wortmetz
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Überall werden die Gärten auf Vordermann gebracht. Es werden Hecken geschnitten, Plätze mit Hochdruck vergewaltigt, Rasenmäher durchs Gras geschoben – und die kleinen Robötterli huschen auch schon wieder übers Grün. Tische und Stühle trägt man wieder ins Freie. In den Rabatten blüht und spriesst es, farbige Blümchen lächeln uns zu. All das erwärmt das Gemüt und erfreut die Herzen.

Liebe liegt in der Luft. Die Ersten tragen kurze Hosen. Ja es ist wie jedes Jahr, das Erwachen nach dem Winterschlaf. Schön auch, dass es so souverän von den Gräueltaten in der Welt ablenkt. Der Blick hinaus in die Welt würde mehr schmerzen, wenn nicht der Frühling mit seinem Licht so blenden würde. All die schönen Frühgefühle im Kontrast zu Gier und Mord.

Die Gier in der Welt ist eines der Dinge, die am erstaunlichsten sind. Die Gier, die alles trübt. Die Gier, die morden lässt und unsere schöne Welt entzweit. Wir besprühen unsere Pflanzen in Weinfelden mit Gift, damit sie schön gedeihen und nicht von kleinen Viechern angeknabbert werden – in Syrien wird mit Gift gemordet.

Wir sollten beginnen, es so zu machen wie der Frühling. Erwachen und gedeihen, der Wärme Platz machen, verstehen, dass die Sonne für alle scheint. Der Haken daran ist nur, dass die Natur schon immer so tickt. Wir Menschen ticken leider schon lange nicht mehr im Einklang mit ihr. Immerhin brauchen wir ja schliesslich Erdbeeren im Winter.

Frieden schafft Reichtum, Reichtum schafft Übermut, Übermut schafft Krieg, Krieg schafft Armut, Armut schafft Demut, Demut schafft Frieden.

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