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Die Sieger machen Dampf

ROMANSHORN. Nach dem Nein zum Saal müsse die Gemeinde jetzt versuchen, das ganze Güterschuppenareal zu kaufen, fordern die Abstimmungssieger vom Sonntag. Leichter gesagt als getan. Die HRS hält an ihrer Wohnüberbauung auf dem Gelände fest.
Markus Schoch
Güterschuppenareal: Wie es weitergeht, bleibt nach dem Nein zum Saal ungewiss. (Bild: Markus Schoch)

Güterschuppenareal: Wie es weitergeht, bleibt nach dem Nein zum Saal ungewiss. (Bild: Markus Schoch)

Romanshorn. Für Rolf Oberhänsli vom gegnerischen Komitee ist klar, wie es nach dem deutlichen Nein zum Gemeindesaal auf dem Güterschuppenareal weitergehen soll. «Die Gemeinde muss raschestmöglich Verhandlungen mit den SBB und der HRS aufnehmen mit dem Ziel, das gesamte Gelände zu kaufen.» Oberhänsli hat keine Zweifel daran, dass dies möglich ist. «Die Bundesbahnen können nicht stur gegen die Interessen der Gemeinde handeln», sagt er.

Ins gleiche Horn stösst die SVP. «Das Abstimmungsresultat sollte den beiden Grossunternehmen zeigen, dass sich die Romanshorner Bevölkerung für dieses Stück Land an bester Lage sehr interessiert und nur gemeinsam mit der Bevölkerungsmehrheit eine Überbauung realisiert werden kann», schreibt der Vorstand in einer Mitteilung.

HRS hält am Projekt fest

Einfach wird es allerdings nicht. Die SBB haben das Land der HRS versprochen im Rahmen einer sogenannten Planungsvereinbarung. Der Generalunternehmer will auf dem Güterschuppenareal bekanntlich fünf Wohnblöcke bauen. Und das Nein vom Sonntag hat daran nichts geändert. «Die Schaffung von neuem Wohnraum halten wir nach wie vor für den richtigen Weg und sehen daher keinen Grund, vom Projekt abzusehen», sagt CEO Martin Kull auf Anfrage.

Die SBB haben im Vorfeld der Abstimmung ebenfalls keine Bereitschaft erkennen lassen, sich aus dem Vertrag mit der HRS zu lösen.

Gestaltungsplan überarbeiten

Doch selbst wenn die Gemeinde Romanshorn auf dem Güterschuppenareal nicht zum Zug kommen sollte, müsste die HRS noch einige Hürden nehmen, bis sie ihre Pläne verwirklichen könnte. Der aktuelle Gestaltungsplan für das Güterschuppenareal ist noch nicht rechtsgültig. Es liegt eine Beschwerde beim Verwaltungsgericht, nachdem das zuständige Departement für Bau und Umwelt kurz vor Weihnachten 15 Einsprachen abgelehnt hat. Anfang Juni findet nun vor Ort ein Augenschein statt.

Wie auch immer die Richter am Schluss entscheiden: Der Gestaltungsplan muss so oder so überarbeitet werden, weil der Gemeindesaal nicht gebaut wird. Mit Detailkorrekturen wird es gemäss Einsprecher Dieter Bötschi nicht getan sein. «Das wird eine grössere Sache», ist er sicher. Allenfalls müsse der abgeänderte Gestaltungsplan sogar nochmals öffentlich aufgelegt werden, so dass erneut Einsprachen möglich wären.

Zonenplanänderung hängig

Die HRS sieht dem Verfahren gelassen entgegen. «Wir werden die Abklärungen jetzt angehen», sagt CEO Kull. Der Bereich mit den Wohnbauten werde ihrer Einschätzung nach jedoch nicht betroffen sein. Und er betont: «Wir haben Geduld.» Kull ist auch überzeugt, «an dieser hervorragenden Lage einen passenden Ersatz» für den Gemeindesaal zu finden. Es gebe Interessenten, die ein Hotel bauen wollten, hatte er im TZ Interview Anfang Mai erklärt.

Allerdings könnten ihm die Romanshorner noch einen Strich durch die Rechnung machen. Bei der Gemeinde liegt ein Volksbegehren der IG Hafen, das eine Zonenplanänderung des Güterschuppenareals verlangt. Würde es angenommen, könnten die Wohnblöcke nicht gebaut werden. IG–Präsident Martin Dempfle rechnet sich gute Chancen aus. «Die Ablehnung des Gemeindesaals stimmt mich zuversichtlich.»

Frist verpasst?

Der Gemeinderat sieht allerdings keinen Grund zur Eile. An der Rechnungsgemeinde vom 15. Juni ist die Zonenplanänderung jedenfalls nicht traktandiert. Dempfle versteht das nicht. Seiner Meinung nach hätte das Volksbegehren an diesem Datum zwingend zur Abstimmung gebracht werden sollen. Am 14. April hätten sie es eingereicht, spätestens zwei Monate später müsse es an einer Gemeindeversammlung behandelt werden. In der Gemeindeordnung von Romanshorn steht zwar nichts von dieser Frist. Gemäss Dempfle gilt aber übergeordnetes Recht.

Bei einer Initiative hätte der Gemeinderat eineinhalb Jahre Zeit.

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