Die Schweiz geht gestärkt aus der Fitnesskur hervor

SULGEN. Die Raiffeisenbank Mittelthurgau lud kürzlich zum Wirtschafts- und Finanzmarktausblick in den Sulger Auholzsaal ein. Der Chefökonom der Raiffeisengruppe, Martin Neff, hielt vor rund 200 Zuhörern einen Vortrag.

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SULGEN. Die Raiffeisenbank Mittelthurgau lud kürzlich zum Wirtschafts- und Finanzmarktausblick in den Sulger Auholzsaal ein. Der Chefökonom der Raiffeisengruppe, Martin Neff, hielt vor rund 200 Zuhörern einen Vortrag. Er liess keine Zweifel aufkommen, dass die Ungewissheit an den Märkten weiterhin sehr hoch sei: angefangen mit dem Vertrauensverlust in den chinesischen Markt, über die immer noch ungelöste Schuldenproblematik in Europa bis hin zu dem seit lange ausstehenden Zinsschritt in den USA. Die Unsicherheit führe immer wieder zu grossen Schwankungen an den Finanzmärkten.

Zinsschritt in den USA

Neff führte weiter aus, dass die Unsicherheiten die USA zögern liessen, die nunmehr seit bald sieben Jahren beinahe bei Null gehaltenen Zinsen anzuheben. Zu gross sei die Angst, dass die Finanzmärkte diesen Schritt mit grossen Verlusten bestrafen würden. Doch der Schritt sei unbedingt notwendig, wenn man wieder zum Courant normal zurückkehren wolle. Dies sei umso wichtiger, als die positiven Wirkungen der Nullzinspolitik je länger je mehr verpuffen würden. Die Bilanzen der Notenbanken seien seit 2008 in schwindelerregende Höhen angewachsen. Es werde immer schwieriger, die künstlich aufgepumpten Bilanzen wieder auf ein normales Niveau schrumpfen zu lassen.

Starker Franken, hohe Löhne

Neff hatte aber auch Positives zu berichten. Die Schweizer Währung sei seit Jahrzehnten die stärkste Währung der Welt. Dennoch sei es der Schweiz gelungen, sich den Märkten immer wieder anzupassen und die Arbeitslosigkeit tief zu halten. Auch wenn der Frankenschock dieses Mal besonders hart sei, zweifle er nicht daran, dass es der Schweiz gelingen wird, gestärkt aus dieser Fitnesskur hervorzugehen.

Es sei der Schweiz stets gelungen, die richtigen Massnahmen zu ergreifen. Der positive Nebeneffekt sei nun, dass die Schweiz mit dem starken Franken hohe Löhne zahlen könne und davon profitierten alle im Land. (red.)