Die Schule wünscht «en Guete»

Nach den Schliessungen der Schulhäuser in Altishausen und Engelswilen organisiert die Volksschulgemeinde Kemmental einen Mittagstisch im Mehrzwecksaal Alterswilen.

Martina Eggenberger Lenz
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Alterswilen. Die Enttäuschung bei den betroffenen Familien war gross, als die Behörde der Volksschulgemeinde Kemmental vor zwei Jahren die Schliessung des Schulhauses Engelswilen ankündigte. Es folgte der Entscheid der Schulversammlung und später die Ankündigung, dass auch der Standort Altishausen stillgelegt werde. Insbesondere der längere Schulweg, den die Schüler ab der dritten Klasse zu Fuss oder mit dem Velo zurücklegen, war den Eltern ein Dorn im Auge. Es wurde befürchtet, dass die Zeit der Mittagspause zu Hause kaum mehr für ein Essen reiche. Die Behörde kündigte schon letzten Frühling an, die Idee eines Mittagstisches zu prüfen. Die spontanen Reaktionen an der damaligen Elternversammlung waren eher verhalten. Trotzdem will man nun vorwärts machen.

Bedarf ist ausgewiesen

Da die familienergänzende Kinderbetreuung Sache der Gemeinde sei, habe man den Gemeinderat um Hilfe gebeten, sagt Schulpräsidentin Isabelle Wepfer. Dieser hat nach einer Bedarfsabklärung zu familienergänzenden Massnahmen beschlossen, für den Pilotversuch Mittagstisch 20 000 Franken zu sprechen. Der Gemeinderat hat ausserdem und ebenfalls für vorerst ein Jahr den Beitritt zum Tagesfamilienverein Kreuzlingen beschlossen.

Die Analyse hat ergeben, dass der Bedarf für über 60 Mittagessen gegeben ist. Starten wird der Mittagstisch am 3. Januar aber voraussichtlich mit weniger Kindern. «Es haben sich bis jetzt zwischen einem und acht Kinder täglich angemeldet», erklärt die Schulpräsidentin. Das Gute am Kemmentaler System ist, dass man auch spontan teilnehmen kann. Sind die Strassenverhältnisse schlecht oder haben die Eltern mittags keine Zeit, kann man noch bis 8.45 Uhr ein Essen reservieren. Bezogen werden die Mahlzeiten von der Schulküche Erlen. Erstens sei diese Variante flexibel, zweitens günstig und drittens verspreche man sich kindgerechte Menus, so Isabelle Wepfer.

Verein soll übernehmen

Der Beitrag der Gemeinde reicht nicht ganz aus, um die Kosten zu decken. Die Schule steuert 10 000 Franken bei. Die Eltern zahlen pro Kind und Mahlzeit weitere 10 Franken. Das Angebot nutzen dürfen Kinder vom Kindergarten bis zur Sek, wobei auch die Betreuung garantiert wird. Der Start erfolgt mit einem Team von drei Betreuerinnen, die entschädigt werden. Nach dem Pilotjahr will die Schulbehörde die Organisation des Mittagstisches gerne einem Verein übergeben.

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