Die Schule senkt die Steuerfüsse

KREUZLINGEN. Mit den Budgets fürs kommende Jahr reduzieren die Primar- und die Sekundarschule Kreuzlingen ihre Steuerfüsse. Tritt das prognostizierte Wachstum der Steuerkraft ein, werden die Ausfälle bei den Einnahmen jedoch kompensiert.

Urs Brüschweiler
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Es sind seine ersten beiden grossen Geschäfte als Schulpräsident. René Zweifel darf zu Beginn seiner Amtszeit gleich erfreuliche Botschaften verkünden. Die Primarschulbehörde beantragt nämlich ihren Stimmberechtigten, den Steuerfuss im Rahmen des Budgets 2016 um zwei Prozent auf neu 44 Prozent zu reduzieren. Und auch bei der Sekundarschulgemeinde – dazu gehören neben der Stadt Kreuzlingen auch Bottighofen und Lengwil-Oberhofen – ist eine zumindest geringfügige Entlastung der Steuerzahler vorgesehen. Hier soll der Steuerfuss von bisher 32 Prozent auf neu 31 Prozent sinken. Die Stimmberechtigten werden über die Voranschläge am 29. November an der Urne befinden. Dass bei beiden Schulgemeinden finanzieller Spielraum vorhanden ist, ist keine neue Erkenntnis. Die Primarschule etwa schloss 2014 mit einem Überschuss von 1,5 Millionen Franken und budgetierte fürs laufende Jahr einen solchen von knapp 800 000 Franken.

Trotzdem nicht weniger Steuern

Mit rund 22,5 Millionen Franken Einnahmen aus allgemeinen Gemeindesteuern rechnete die Finanzverwalterin der Schule, Susanne Burgmer, für 2015 für die Primarschulgemeinde. Für 2016 sollen diese trotz des tieferen Steuerfusses nur gerade 100 000 Franken tiefer ausfallen. Das bedeutet, dass die zweiprozentige Steuerfusssenkung durch den Anstieg der Steuerkraft praktisch wieder kompensiert wird. Bei der Sekundarschule sollen die Steuereinnahmen sogar höher ausfallen als im Vorjahr, obwohl der Steuerfuss reduziert wird. Unter dem Strich steht im Budget der Primarschule für 2016 nun ein Überschuss von 107 000 Franken und bei jenem der Sekundarschule ein Überschuss von 220 000 Franken. Die Höhe der Steuersenkungen wurde so gewählt, dass sich «schwarze Nullen» ergeben und langfristig das Eigenkapital nicht schrumpft. Tendenziell könnten in beiden Gemeinden in einigen Jahren weitere Senkungen Thema werden.

6,3 Millionen nach Frauenfeld

Bei den Mehrausgaben im Vergleich zum Vorjahresbudget fällt bei der Sekundarschule vor allem der kantonale Finanzausgleich ins Gewicht. Satte 6,3 Millionen Franken müssen im kommenden Jahr wohl nach Frauenfeld überwiesen werden. Ein Betrag, der aufgrund der hohen Steuerkraft – unter anderem von Bottighofen – erneut massiv ansteigt. «Wir stehen ja grundsätzlich hinter dem solidarischen System des Finanzausgleichs, aber Freude macht das natürlich nicht», sagt René Zweifel. Bei der Primarschule steigen die Löhne der Lehrer gemäss der kantonalen Besoldungsverordnung und es müssen in den Kindergärten mehr Klassenhilfen angestellt werden, da die Kinderzahlen markant steigen.

Viel mehr Schüler

Generell bezeichnet Zweifel den erwarteten grossen Zuwachs an Schülern als Herausforderung. In fünf Jahren werden gemäss der Einwohnerstatistik über 200 Kinder mehr in der Primarschule Kreuzlingen beschult werden als die heutigen 1300. Derzeit erarbeite man eine Strategie, um dieser Entwicklung gerecht werden zu können.