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Die SBB haben es nicht eilig

ROMANSHORN. Die Pläne für die Entwicklung des Güterschuppenareals in Romanshorn haben sich endgültig zerschlagen. Die SBB als Grundbesitzerin wollen jetzt das Gelände in den nächsten fünf bis zehn Jahren für Zwischennutzungen freigeben.
Markus Schoch
Blick auf das Güterschuppenareal: Die Bundesbahnen wollen sich ein paar Jahre Zeit lassen für die Entwicklung des Geländes. (Bild: Markus Schoch)

Blick auf das Güterschuppenareal: Die Bundesbahnen wollen sich ein paar Jahre Zeit lassen für die Entwicklung des Geländes. (Bild: Markus Schoch)

Die Erwartungen waren gross. Rund 200 Personen besuchten am Donnerstag das erste Forum der IG Hafen im Bodansaal zur Zukunft des Güterschuppenareals. Die Veranstaltung dauerte zwei Stunden – nach etwa 15 Minuten war die Luft aber bereits weitgehend draussen. Stefan Schubnell, der Leiter Immobilien Development Ost, hatte als erster das Wort – und er erstickte gleich im Ansatz alle Hoffnungen auf eine schnelle Lösung für das seit Jahren brachliegende Gelände im Besitz der Bundesbahnen.

Die bisherigen Pläne haben sich endgültig zerschlagen. Die fünf Wohnblöcke der HRS seien «vom Tisch», nachdem das Verwaltungsgericht den Gestaltungsplan als nicht zonenkonform zurückgewiesen habe, sagte Schubnell. Die Bundesbahnen wollen jetzt aber nicht sofort einen zweiten Anlauf zur Entwicklung des Hafengebietes machen. «Das wäre überhastet», sagte Schubnell.

SBB wollen Land behalten

Die SBB sind auch nicht bereit, das Land direkt einem Investor zu verkaufen. «Daran hätte der Bund keine Freude», machte der SBB-Kadermann klar. Der Leistungsauftrag verpflichte die Bundesbahnen, Immobilien in einem Bieterverfahren, mit einer marktgerechten Rendite und auf der Grundlage eines gültigen Gestaltungsplanes zu veräussern. Ausnahmen von dieser Regel seien nur möglich, wenn ein öffentliches Interesse geltend gemacht werden könne, machte Schubnell deutlich. Im Klartext: Wenn beispielsweise eine Gemeinde das Land für eigene Bedürfnisse kaufen will.

Im Moment stelle sich diese Frage in Romanshorn nicht, antwortete Gemeindeammann David H. Bon auf eine entsprechende Frage von Moderator Eugen Fahrni. «Wir sind in einem laufenden Verfahren und reden über etwas Unkonkretes.» Die Gemeinde würde aber sicher ein Angebot prüfen, wenn das Land zum Verkauf stehen sollte, sagte Bon.

Und die SBB auf der anderen Seite würden sich den Vorschlag auch bestimmt anschauen, nahm Schubnell den Ball auf und blieb damit ebenso im Ungefähren wie Bon zuvor. Es würde jedoch schwierig, wenn die Gemeinde das Land nur erwerbe, um es an einen Privaten weiterzugeben.

Zwischennutzungen möglich

Die SBB wollen das Güterschuppenareal zwar vorderhand behalten. Es soll jedoch nicht nochmals zehn Jahre brachliegen. Die Bundesbahnen kommen der Gemeinde entgegen. Sie geben das Gelände für Zwischennutzungen frei, was sie in der Vergangenheit immer abgelehnt hatten. Wie lange diese Übergangslösung dauern wird, hängt gemäss Schubnell wesentlich von den Romanshorner Stimmbürgern ab.

Noch keine Ideen

Bestätigen diese an der Rechnungsgemeinde Mitte Juni die baulich einschränkende und im Grundsatz bereits gutgeheissene Hafenzone, könne sich die Planung in die Länge ziehen. Schubnell nannte einen Zeithorizont von zehn Jahren. Bleibe das Güterschuppenareal in der Touristikzone, gehe es eventuell schneller. «Das Vorgehen in diesem Fall ist aber grundsätzlich offen.»

Ideen für Zwischennutzungen gibt es auf Seiten der SBB noch nicht. «Wir beginnen uns nun zusammen mit der Gemeinde zu überlegen, was möglich wäre.» Mit in die Gespräche einbezogen wird auch die HRS, mit der die SBB nach wie vor eine Planungsvereinbarung für das Güterschuppenareal haben. Der Vertrag sei durch die Entwicklung nicht hinfällig geworden, sagte Schubnell.

Hess auf dem Abstellgleis

Gar keine Freude an den Aussagen von Schubnell hatte der Amriswiler Unternehmer Hermann Hess, der zusammen mit seinem Mitarbeiter Klaus Morlock an die Veranstaltung eingeladen worden war, um die Idee eines Businesshotels auf dem Gelände des Güterschuppenareals vorzustellen. Am liebsten würde der Verwaltungsratspräsident des Schweizerischen Bodensee Schifffahrt (SBS) das Land gleich kaufen (TZ berichtete). Er habe weiche Knie bekommen, als er Schubnell zugehört habe, bekannte Hess. Für die Strategie der Bundesbahnen habe er kein Verständnis. Romanshorn sei ein Spezialfall, und die SBB hätten eine Bringschuld gegenüber der Stadt am Wasser. «Wir sind seit 30 Jahren am Überlegen. Es muss jetzt endlich vorwärtsgehen. Wir haben keine Zeit mehr.» Zwischennutzungen würden nicht viel bringen. Verschiedene Besucher der Podiumsveranstaltung teilten diese Meinung.

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