Die Reisenden kehren der Stadt Amriswil den Rücken

188 Personen haben die Petition unterschrieben, die die Spoerlé-Skulptur «Die Reisenden» im Pentorama-Kreisel aufgestellt haben wollte. Nun ist die Skulptur nach Kesswil verkauft.

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Die Reisenden ziehen nach Kesswil statt nach Amriswil. (Bild: pd)

Die Reisenden ziehen nach Kesswil statt nach Amriswil. (Bild: pd)

AMRISWIL. Im Dezember sammelten die Petitionäre Marcel Monod und Jean-Louis Müller Unterschriften, um die Skulptur «Die Reisenden» von Bruno Spoerlé im Kreisel vor dem Pentorama zu installieren. Die Petition wurde auch von der Künstler-Witwe Pia Spoerlé mitgetragen. Sie war sogar bereit, die drei Skulptur-Teile zu trennen oder mit einer entsprechenden Bepflanzung die offenen Rücken zu verdecken. Die Kulturkommission wehrte sich gegen eine Anpassung eines Werks des verstorbenen Künstlers. Dies war ein wichtiger Grund, wieso die Kommission gegen den Standort Pentorama-Kreisel aber für einen schönen und geeigneten Platz der «Reisenden» in Amriswil war.

Die Petitionäre haben sich unter anderem mit der Präsidentin der Kulturkommission und dem Kulturbeauftragten der Stadt Amriswil getroffen. Marcel Monod und Jean-Louis Müller wurden in der «Kreiseldiskussion» von Ruedi Elsener unterstützt. Seiner Ansicht nach passt die Spoerlé-Skulptur nicht in den Kreisel. Ähnliche Argumente wie diejenigen der Kulturkommission überzeugten seine Mitstreiter. Alle Diskussionsteilnehmer sowie die Kulturkommission waren sich zum Schluss einig, dass für «Die Reisenden» ein geeigneter Platz in Amriswil gesucht werden soll. Auch die Witwe des Amriswiler Künstlers zeigte sich begeistert.

Mehrere Standorte

Diskutiert wurden mehrere Standorte für die Spoerlé-Skulptur – unter anderem an der Weinfelderstrasse, bei einem Amriswiler Schulhaus, am Bahnhof sowie eine mobile Lösung, die vorsah, dass «Die Reisenden» in Amriswil auf «Reisen» gehen, also den Standort in regelmässigen Abständen von einer AOT-Haltestelle zur anderen wechseln. Pia Spoerlé wurde jeweils von Madeleine Rickenbach, der Präsidentin der Kulturkommission, über die weiteren Schritte informiert.

Anfang März informierte Pia Spoerlé den Kulturbeauftragten der Stadt Amriswil, dass sie ihre Skulpturen Jörg Tschopp verkauft habe. Ihr Ziel war, «Die Reisenden» im neuen Dementengarten beim APZ zu stationieren. Die zuständige Betriebskommission lehnte dieses Vorhaben jedoch ab.

Nun werden die Spoerlé-Skulpturen voraussichtlich in Kesswil in Jörg Tschopps Garten «gut sichtbar für die Fussgänger am See» zu stehen kommen. In einem Brief an die Stadt Amriswil schrieb Pia Spoerlé weiter, dass für sie somit die Frage des Standortes erledigt sei. «Ich bin sehr froh, diese Lösung gefunden zu haben und bin mehr als glücklich.»

Entscheid erübrigt sich

Somit ging die Odyssee auf der Suche nach einem neuen Standort für «Die Reisenden» noch vor der nächsten Sitzung der Kulturkommission zu Ende. Die Stadt teilt in einem Communiqué mit: «Ein Entscheid für einen definitiven, neuen Standort der Spoerlé-Skulptur ist somit hinfällig, auch wenn man dem Werk des Amriswiler Künstlers gerne ein neues Zuhause gegeben hätte. (red.)

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