Die Post ist nur der Anfang

EGNACH. Die Postfiliale in Egnach wird im Spätherbst geschlossen. Die Dorfvereinigung Egnach ist überzeugt: Das wird Auswirkungen auf die weitere Existenz des Volgs und der Bank haben.

Michèle Vaterlaus
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Natascha Corradini, Präsidentin der Dorfvereinigung Egnach, bedauert die Schliessung der Poststelle in Egnach. (Bild: Michèle Vaterlaus)

Natascha Corradini, Präsidentin der Dorfvereinigung Egnach, bedauert die Schliessung der Poststelle in Egnach. (Bild: Michèle Vaterlaus)

«Der Dorfkern von Egnach wird mit der Schliessung der Poststelle weiter geschwächt», sagt Natascha Corradini, Präsidentin der Dorfvereinigung Egnach. Das sei schade. Anfang August hat die Schweizerische Post mitgeteilt, dass die Stelle an der Bahnhofstrasse 9 in Egnach im Spätherbst geschlossen und durch einen Hausservice (siehe Kasten) ersetzt werden soll. Gleichzeitig soll die Poststelle an der Bahnhofstrasse in Neukirch in die Überbauung Schäfliplatz an der Arbonerstrasse verlegt werden.

Der Volg und die Bank

Mit der Schwächung des Dorfes durch diese Massnahme, meint Natascha Corradini, dass bereits die Landi ihre Zelte abgebrochen hat und es auch keinen Beck mehr im Dorf gibt. Der Vorstand der Dorfvereinigung ist überzeugt, dass die angekündigte Schliessung der Poststelle auch Auswirkungen auf die weitere Existenz des Dorfladens Volg und der Raiffeisenbank haben wird.

«Der Volg stand bereits auf der Kippe», sagt Corradini. Das Dorf hat sich damals für den Laden eingesetzt und konnte die Schliessung nochmals abwenden. «Die Bank hat mittlerweile aber auch nur noch am Morgen geöffnet», erklärt sie weiter. «Wenn nun die Postkunden nach Neukirch gehen, um ihre Einzahlungen zu machen oder Pakete aufzugeben, werden sie wohl auch gleich dort einkaufen und ihre Bankgeschäfte erledigen.»

Die Schliessung der Poststelle ziehe möglicherweise einen Rattenschwanz mit sich. «Wir befürchten, dass auch der Laden und die Raiffeisenbank aus Egnach verschwinden werden.»

Jung und Alt

Eine Schliessung der Post in Egnach war bereits vor fünf Jahren ein Thema. Damals haben sich die Gemeinde und die Dorfvereinigung erfolgreich dagegen gewehrt. Im Jahr 2008 hatte die Post aber im Gegensatz zu heute vor, eine Agentur im Dorfladen zu eröffnen. «Es hat uns etwas verwundert, warum dieser Vorschlag nun kein Thema mehr ist», sagt Natascha Corradini. Denn sie habe den Eindruck, dass das Angebot der Post ist Egnach durchaus genutzt werde. «Von Jung und Alt.»

Die erste Aktion

Corradini schliesst deshalb nicht aus, dass sich der Vorstand der Dorfvereinigung nochmals bei der Post für den Erhalt der Stelle einsetzen wird. «Das beschliessen wir aber erst an der nächsten Vorstandssitzung.» Viel Hoffnung hat sie aber nicht. «Wir haben ja durchaus Verständnis, dass die Post auch die Kosten tief halten muss.» Dennoch will sie sich eine Anekdote nicht verkneifen. «Bei der Gründung der Dorfvereinigung vor 56 Jahren war eine der ersten Aktionen der Einsatz für die Eröffnung einer Poststelle in Egnach genau an jener Adresse, wo die Post heute ist.»