Die Ölwehr übt den Ernstfall

An der diesjährigen Gesamtübung der Feuerwehr Kreuzlingen zusammen mit der Seepolizei Thurgau ging es um den Schutz des Trinkwassers. Das ruft die Ölwehr auf den Plan.

Barbara Hettich
Drucken
Der Feuerwehrkommandant Kurt Affolter erklärt den Zuschauern das Vorgehen. (Bilder: Barbara Hettich)

Der Feuerwehrkommandant Kurt Affolter erklärt den Zuschauern das Vorgehen. (Bilder: Barbara Hettich)

KREUZLINGEN. Der Bodensee liefert Trinkwasser für Millionen Menschen. Zu den Aufgaben der Feuerwehr Kreuzlingen gehört es, bei einer möglichen Havarie dieses Wasser zu schützen. Am Montagabend demonstrierten die Feuerwehr und die Seepolizei Thurgau im Schifffahrtshafen Kreuzlingen gemeinsam, wie man einer Verseuchung des Trinkwassers entgegenwirken kann.

Bei einem mittleren bis grossen Ereignis fahre der Einsatzleitungswagen vor, erklärte Feuerwehrkommandant Kurt Affolter über Mikrophon den vielen interessierten Zuschauern. Dieses Fahrzeug ist mit den modernsten Kommunikationsmitteln ausgerüstet. Von hier wird der Einsatz koordiniert, aber auch dokumentiert und protokolliert. «Fotos und Filmmaterial sind wertvoll bei der Nachbearbeitung eines Schadenfalls für die Polizei und Vollzugsbehörden», sagte Affolter.

Schläuche gegen Ausbreitung

Im Hafenbecken hat die Feuerwehr Ölsperren ausgerollt. Die orangen Schläuche schwimmen auf dem Wasser und sollen verhindern, dass auslaufendes Öl sich weiter ausbreitet. «Öl ist leichter als Wasser und schwimmt deswegen auf der Wasseroberfläche», erklärt der Kommandant. Die Feuerwehrmänner und -frauen zeigen, wie ein solcher Ölfilm abgesaugt werden könnte. Denn selbst zur Demonstration kippt eine Feuerwehr niemals Öl ins Wasser: Öl vom Wasser abscheiden ist ein langer Prozess. Der abgesaugte Ölfilm würde in einen mobilen Ölabscheider gepumpt. Mit Kordeln könnten kleinere Ölrückstände aus dem Wasser gezogen werden, erklärte Affolter.

Bei einer grösseren Havarie käme auch die Seepolizei Thurgau zum Einsatz. Am Montagabend stand deren Ölwehr mit einem 28-Tönner auf dem Platz. «Unter Betrieb ist der Lastwagen sogar 65 Tonnen schwer», erklärte dessen Verantwortlicher Bruno Schreiber. In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Kreuzlingen hat er ein grosses Öl-Abscheide-Becken aufgebaut.

«Beim Abpumpen eines Ölfilms kommt immer viel Wasser mit», sagte Kurt Affolter. Mit Hilfe eines solchen Beckens könne ein weiteres Mal das schwimmende Öl von der Oberfläche abgepumpt werden.

Jugendfeuerwehr im Einsatz

Bei der Gesamtübung nutzt die Feuerwehr Kreuzlingen jeweils die Gelegenheit, der Bevölkerung einige ihrer vielfältigen Einsatzgebiete näher zu bringen. Am Montag standen einmal mehr auch die Jüngsten im Einsatz. In Windeseile rollten sie die Schläuche vom Tanklöschfahrzeug aus, schickten Wasser in den Himmel über dem Hafenbecken und erfreuten die Zuschauer mit einem tollen Regenbogen.

Zwei Feuerwehrleute holen nach der Übung die Schläuche ein.

Zwei Feuerwehrleute holen nach der Übung die Schläuche ein.